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Einfach leben – Kennst du diese Herausforderungen?

Einfach leben
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Oft verläuft der Tag stressig: Der Wecker klingelt und du hast kaum Zeit zum Frühstücken. Vielleicht hüpfst du noch schnell unter die Dusche? Dann kommen die Kinder in die Schule und du fährst in die Arbeit. Auf deinem Schreibtisch liegt der ganze Papierkram, der sich seit gestern verdoppelt hat. Den Job brauchst du, denn er ermöglicht dir zu leben und zu wohnen. Nach der Arbeit sprintest du nach Hause, fällst über die 3 neuen Pakete im Flur und kochst schnell etwas. Am Abend fällst du auf die Couch und schläfst beim Film ein. Einfach leben – geht das auch einfacher?

Einfaches Leben: Eine Definition

Wikipedia definiert das einfache Leben so:

„Einfaches Leben (englisch simple living), auch freiwillige Einfachheit (engl. Voluntary simplicity), Minimalismus oder Downshifting genannt, bezeichnet einen Lebensstil, der sich als Alternative zur konsum­orientierten Überflussgesellschaft sieht. Konsumkritische Menschen versuchen, durch Konsumverzicht Alltagszwängen entgegenzuwirken und dadurch ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben zu führen. Gelegentlich wurde der Lebensstil mit dem Akronym LOVOS abgekürzt (englisch Lifestyle of Voluntary Simplicity); manche einfach Lebende gelten als Aussteiger.“

Einfacher leben: Was brauchen wir wirklich?

Ich schreibe hier nicht darüber, was die Grundbedürfnisse des Menschen sind: Wasser, Nahrung, Schutz, Luft, Sicherheit, Soziale Bedürfnisse, Wertschätzung und Selbstverwirklichung. Diese Pyramide kennen wir noch alle aus dem Schulunterricht.

In der Gesellschaft, in der ich lebe, ist die Pyramide umgekehrt worden: Wir legen sehr viel Wert auf Selbstverwirklichung und Wertschätzung. An ihrem Ausmaß erkennen wir, ob wir glücklich sind.

Die Arbeit ermöglicht unser Grundbedürfnis zum Leben

Wir müssen uns nicht darüber streiten: Wir alle brauchen eine Arbeit. Zum einen kommt da das hübsche Geld her, das unsere (wahrscheinlich überteuerte?) Wohnung finanziert. Zum anderen empfehle ich euch ein Gespräch mit Müttern, die ein Jahr lang pausenlos auf ihr Kind aufgepasst haben. Die Arbeit ist der Ort, an dem das Gehirn und die Aktivität, hoffentlich auch die Kreativität gefordert werden. Wenn ich also einfach leben will, brauche ich eine Arbeit, die mir das ermöglicht.

Einfaches Leben in Deutschland

Ist ein einfaches, gar minimalistisches Leben in Deutschland überhaupt möglich? Wahrscheinlich ist das eine Einstellungssache. Ein entwickeltes, reiches Land, wie DE, bietet seiner Bevölkerung doch alles. Grundvoraussetzung dafür, dass du dir das Leben hier leisten kannst, ist wohl die Arbeit. Denn bekanntlich werden fleißige, hart arbeitende Menschen vom Tellerwäscher zum Millionär? Und Millionäre führen ein einfaches Leben.

Ich glaube ich schweife ab…

Wenn wir uns nochmal die Definition von Wikipedia anschauen, möchte ich an dieser Stelle auf Folgendes hinweisen: In Deutschland gelten die so genannten „Aussteiger“ als seltsame Wesen. Ich möchte nicht behaupten, dass alle ganz dicht sind! ABER: Ich bin der Überzeugung, dass nicht alle staatsfeindlich, rechtsradikal, gesetzlos und ähnliches sind. Ich sage nur: Die mutigen Menschen, die sich im Hambacher Forst gegen einen mächtigen Konzern gestellt haben und minimalistisch in Baumhäusern gelebt haben.

Einfaches Leben auf dem Land

Da kommen wir schon zu einem Punkt, der meiner Familie sehr stark zuspricht. Das Leben auf dem Land ermöglicht Vieles, ist jedoch auch mit vielen Einschränkungen verbunden. Ich möchte bei weitem nicht behaupten, dass wir minimalistisch leben. Oh bitte! Habt ihr schon mal gesehen, wie viel KRAM wir besitzen?

Dennoch möchte ich behaupten, dass wir ein einfaches Leben führen: Unsere Lebensmittel stammen von Bauern aus der Gegend und von der Solidarischen Landwirtschaft des Blümlhofes.

Außerdem bewirtschaften wir einen naturnahen, biologischen Nutzgarten. Selbst ein eingezeichnetes Biotop findet ihr auf dem Grundstück. Man könnte also unser einfaches Leben gleichsetzen mit Nachhaltigkeit.

Einfaches Leben ohne Luxus und Konsum

Nachdem wir am Anfang des Jahres die Kaufdiät gestartet haben, ist unsere – oder auf jeden Fall meine – Einstellung zum Konsumverhalten geschärft. Ich gehöre zu den Menschen, die sich keine Sorgen darum machen müssen, ob sie es sich leisten können mal eben etwas zu kaufen. Was mir aber sehr wohl bewusst geworden ist: Der Großteil an Gegenständen, die wir uns Jahre lang gekauft haben, liegen ungeliebt in der Ecke. Teilweise haben sie es noch nicht einmal aus der Verpackung geschafft. WIE ABSOLUT DUMM IST DAS DENN?

Ist es also wirklich ein Luxus, dass ich mir Schuhe kaufe, die ich nie aus dem Schuhkarton nehme? Mich persönlich haben Einkauftrips noch nie glücklich gemacht. Das sieht man mir auch an: In meiner Vergangenheit gab es öfter Menschen, die bemängelt haben, dass ich dieselben Klamotten seit 10 Jahren trage. Ob ich nicht mal etwas Moderneres anziehen möchte? Neuer Schnitt vielleicht?

Einfach leben im Minimalismus

Also man sieht es mir an, dass ich eine Ökotussi bin – na schön! In den Zeiten, da wir Frauen uns wehren gegen jegliche unangebrachte Kommentare, bin ich fein raus! Aber zurück zu meiner Aussage weiter oben: Ich lebe einfach, aber nicht minimalistisch.

Lasst mich deshalb bitte Minimalismus definieren:

Der Duden schreibt: „Bewusste Einschränkung auf ein Minimum, auf das Nötigste.“

Minimalistisch leben ist also eine Einstellungssache. Denn was das Nötigste ist, bestimmt jeder für sich selber.

Einfaches Leben – Sprüche, die ich mir anhöre

Das ist natürlich nicht so einfach, wenn ihr mich fragt: Meines Erachtens nach beeinflussen so viele Menschen und Meinungen mein Leben, dass es schon fast traurig ist. Mein second-hand Kleidungsstil kommt nicht gut an. Ich wollte (will immer noch) mein Smartphone abschaffen. Das wird auch deshalb nicht klappen, weil ich Leser hierher locken möchte. Ratet mal, wie schwierig das wird, wenn ich mit dem Handy nicht jede Veröffentlichung überprüfe? Außerdem soll ich immer erreichbar sein in unserer modernen, schnellen Welt – das ist doch viel einfacher!

Dann ist noch der Aspekt des Verzichtes: Scheinbar ist es unvorstellbar, wie ich mein einfaches Leben führe. Das kann doch nur zu Unglück führen?

Wisst ihr, was mich unglücklich macht?

  • Vorschriften, die mich und meine Familie gefährden und keinen Sinn ergeben
  • Der Anblick der Meere, wie sie von Plastik verseucht sind
  • Firmen und Konzerne, die auf Kosten anderer Menschen, Tiere und Pflanzen Geld und Macht anhäufen
  • Und natürlich: Lügen! Mich macht nichts unglücklicher, als Menschen, die Lügen verbreiten!

Einfach Leben in Blogs

Ich finde es eine großartige Sache, dass Menschen, wie du und ich immer wieder den Mut ergreifen: Sie schreiben ihre Erfahrungen auf, meist in Blogs. Sie geben einen Teil ihrer Seele preis und inspirieren ihre Leserinnen und Leser. Ich möchte mich dafür bei euch bedanken! Denn durch euch komme ich auch weiter in meinem einfachen Leben.

Wie lebst du? Führst du ein einfaches Leben? Bist du Minimalist? Was hat dich dazu bewegt diesen Text zu Ende zu lesen? Ich freue mich über ehrliche Meinungen!

Du kannst dieses Bild gerne auf Pinterest teilen:

Einfach leben. Minimalismus und einfaches Leben

*Dieser Artikel enthält Links und Werbung

Izabella

Ich liebe Musik, Gesang und Tanz, Bücher, Wälder, meine Familie und unser wunderbares Grundstück, das sich langsam aber sicher in einen Garten verwandelt. Ich backe und koche, weil und wenn es mir Spaß macht - habe ich keine Lust, gibt es auch bei uns (Fertig)Pizza!
Über Kommentare freue ich mich sehr! Spam wird gelöscht, ebenso sinnlose Beleidigungen! Mein Blog läuft über einen Rechner, der von Ökostrom versorgt wird.

12 Kommentare

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  • Minimalistisch leben?
    Was ist das?
    Schwierig zu definieren … Man beschränkt sich auf das Wesentliche.
    Wir machen sehr viel selbst. Wir können handwerklich fast alles. Man kann alles lernen. Werbung interessiert uns nicht. Wir kaufen nur nachhaltige Dinge. Wir kaufen nur neu, wenn das alte kaputt ist und man es gar nicht mehr reparieren kann. Wir achten auf Qualität. Wir sind keativ. Wir legen Wert auf Ästhetik denn schöne zeitlose Dinge hat man ewig. Diese Dinge gibt es oft gebraucht. Wir haben mit wenig Aufwand sehr viel erreicht, weil wir all das unser ganzes Leben lang beherzigt haben. Unsere Kinder leben jetzt auch fast so. Und unseren Enkelkindern leben wir dies vor. Ohne das irgendjemand das Gefühl hat, dass ihm was fehlt. Für uns ist das ein Minimalistisches Leben ….

  • Hallo Izabella,

    Wir leben minimalistisch, sind aber keine Minimalisten. Weder verschenke ich all meine Besitztümer, kaufe mir eine Hängematte und lese Goethe und Thomas Mann auf dem Handy, noch mag ich komplett leergeräumte Räume, denn irgendwo muss das kreative Chaos ja auch bleiben.

    Wir leben insofern minimalistisch und bescheiden, dass wir nur das absolut Notwendigste kaufen und dies ausschließlich gebraucht. Wir haben weder Spülmaschine noch verschärft Unterhaltungselektronik. Wir nutzen allerdings einen großen Pool an vorhandenem Material, da wir auch nur wenig wegwerfen. Wird etwas benötigt, wird zuerst geschaut, ob wir es mit vorhandenem Material herstellen können. Das kann Kleidung, Mobiliar, Leuchten oder auch vieles andere sein.
    Unser Brennholz ist hauptsächlich Abfallholz, da fällt nur der Transport an. Die Toilettenspülung funktioniert zum Teil mit Regenwasser. Die Waschmaschine wird ebenfalls mit Regenwasser genutzt, das als Nebenprodukt auf dem Herd erwärmt wird. Eingefüllt wird mit der Gießkanne, das Waschmittel ist selbst zusammengemixt. Den größten Teil des Jahres kochen wir mit dem Holzherd, der auch einen großen Teil des Hauses mitheizt. Im Winter ist der Kühlschrank abgestellt, da wir einen reichlich kalten Raum in unserem alten Häuschen haben. Im Sommer wird das Warmwasser zum Spülen in schwarzen Kanistern erhitzt, ein schwarzer Topf in der prallen Sonne dient der Joghurtbereitung.

    Viele Lebensmittel können wir selbst erwirtschaften. Dass dazu kein Fleisch gehört, versteht sich von selbst.

    Unser Stromverbrauch liegt unter 1000kW im Jahr und trotzdem sitzen wir sehr zivilisiert auf unserem Sofa und leben ein ganz normales Leben. Eine kleine Solaranlage sorgt für niederwattigen Strom für Handys, Laptop etc.

    Mit einem Minieinkommen können wir alles bestreiten, was wir brauchen und arbeiten nur noch zum Spaß.

    Und ja, ich empfinde das als Luxus.

    LG
    Emilia

  • Liebe Izabella,
    du sprichst mir aus der Seele. „Ich will nicht behaupten, dass alle ganz dicht sind“: Auch ich bin für alle alternative Ideen offen, aber habe bei manchen so meine Zweifel. Man sieht mir auch an, dass ich nicht gerade ein Konsumfreak bin und meine 10 Jahre alten Kleider wurden auch schon bemängelt (dabei ist der Rock, den ich zu allen festlichen Anlässen trage, erst 8 Jahre alt, wirklich schön und ich hatte vor, nicht mehr zuzunehmen, um ihn noch seeeeehr lange tragen zu können).
    Werde noch mal bei Dir rein schauen,
    bis dann,
    Margarete

    • Liebe Margarete, Das Kleid, das ich letztes Jahr (und davor und davor) zu Weihnachten angezogen habe, wird dieses Jahr 9 Jahre alt. Jedes Jahr ziehe ich einen der drei Boleros und eine Strumpfhose dazu an. 🙂 Schön, wenn es dir hier gefällt! Viele Grüße, Izabella

  • Ich find den auf diesem block immer wieder genutzten ausdruck „Öko Tussi“ sehr fragwürdig warum muss man sich,aufgtund seiner nachaltigen lebensweise und weil man weibliche gene hat so bezeichnen. Und das immer u immer wieder?Für mich klingt das wort sehr abfällig warum auch immer. Möglicherweise bin ich empfindlich.

    • Möglicherweise! Ich bezeichne mich doch so wie ich will, oder nicht? Ich will zeigen, dass dieser Lebensstil eben nicht abfällig ist!

  • Hallo Izabella,
    ich bin heute zufällig auf deinen Blog gestoßen und habe mich gleich für 2 Stunden verlesen. Sehr interessante Themen über die du schreibst und auch dein Stil gefällt mir sehr. Ich selbst bin erst 20 und probiere mich gerade erst aus mit dem Gedanken an eine „neue“ Lebensweise.
    Eigentlich komme ich aus Berlin, aber momentan lebe und arbeite ich in Mexiko für 2 Jahre und das Leben hier ist um einiges anders. Auch hier lebt man „einfacher“, die Spülmaschine die ich immer von zu hause gewohnt bin gibt es nicht, auch keine Waschmaschine. Es wird mit der Hand gewaschen oder 1 mal im Monat zur Wäscherei gegangen, die Plastiktüten die man leider überall bekommt werden wenigstens als Mülltüten wiederverwendet, Obst und Gemüse wird auf dem Markt von einheimischen Bauern gekauft. Ich versuche nur regionale Produkte zu konsumieren und nicht denn Schrott der aus den USA rüberschwappt. Leider hat Mexiko ein wirklich großes Problem mit Plastik, alles ist verpackt, Mülltrennung ein Fremdwort und auf den Straßen weit und breit kein Mülleimer. Als ich ankam, in meinem neuen zu hause in Mexiko, gab es nichts außer der Wohnung. Wir mussten alles selbst kaufen und somit ist unser Inventar begrenzt und wir haben und kaufen nur das Nötigste. Dadurch das ich nur sehr wenig Kleidung mitgenommen habe aus Deutschland, habe ich angefangen meine Klamotten etwas zu verändern mit Sicherheitsnadeln, somit kann ich variieren ohne Geld auszugeben.
    Für mich ist mein Leben hier in Mexiko ein Anflug von einfach leben, ohne all meine Besitztümer in Deutschland, mein Klamotten, Schuhe, Kosmetik, Technik etc. Ohne den Luxus vom technischen Fortschritt, ohne den Konsumdrang.
    Wenn ich mit meiner Arbeit zusammen in die indigenen Dörfer fahre, hoch in den Bergen, schlafe ich wie alle anderen auf dem Boden, das Wasser zum Duschen wird draußen auf dem Ofen erhitz, als Klo gibt es nur eine Latrine, Netz oder Wifi gibt es nicht.
    Ich dachte immer ich wüsste wie Mangos schmecken, bis ich nach Mexiko gekommen bin. Ich dachte immer ich wüsste wie man lebt, bis ich nach Mexiko gekommen bin.

    Liebe Grüße aus Oaxaca, Mexiko

    • Vielen lieben Dank für deine tollen Worte! Ich glaube das ist das Luxusproblem von uns: Wir MÜSSEN nicht so leben! Ich finde es genial, dass du dich dazu entschieden hast nach Mexiko zu ziehen für diese Zeit! Vor allem in deinem Alter – das hört sich jetzt SO WEISE an – wirst du extrem viel von dieser Erfahrung profitieren! Ich wäre total gespannt auf Updates! Viele Grüße, Izabella