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Gartenabfälle – Was ihr mit ihnen machen könnt

Gartenabfälle
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Sobald die Temperaturen 10°C erreicht haben, fliegen nicht nur die Bienen aus und suchen nach Nahrung. Auch die Pflanzen spüren mit jeder Faser, dass sie sich wieder strecken dürfen. Je nach Gärtner und Gartengröße fallen dementsprechend in der ganzen Gartensaison Gartenabfälle an. Jeder hat so seine Art mit ihnen umzugehen.

Hier kommt ihr direkt zu den einzelnen Unter-Kapiteln:

Gartenabfälle – Eine Liste mit anfallendem Material

Gartenabfälle verbrennen – Was ist erlaubt?

Gartenabfälle in die Biotonne – Macht das denn Sinn?

Gartenabfälle kompostieren – Risiken und Nebenwirkungen

Gartenabfälle sinnvoll weiterverwenden

Gartenabfälle im Wald entsorgen – untersteht euch!

Gartenabfälle – Eine Liste mit anfallendem Material

Ich habe gelesen, dass pro 200 m² Garten ca. 1 m³ lose Material an Gartenabfällen zusammenkommt. Im Forum von Garten pur könnt ihr die Diskussion nachlesen. Dabei beschreiben aktive GärtnerInnen ihre Erfahrungen mit Gartenabfällen sowohl im „normalen Garten“, als auch beim Waldgrundstück.

Mit folgendem Gartenabfall Material könnt ihr rechnen:

  • Laub
  • Baumschnitt
  • Heckenschnitt
  • Rasenschnitt
  • Verwelkte Stauden
  • Verwelkte Blumen
  • Reste von Gemüsepflanzen
  • Unkraut
  • Totes Material
  • Erde und Wurzeln aus Pflanzkübeln
  • Weihnachtsbäume

Gartenabfälle verbrennen – Was ist erlaubt?

Mal ehrlich, meine Familie lebt in Deutschland. Somit ist es sicherlich NICHT erlaubt Gartenabfälle zu verbrennen. Mein Informationsstand ist, dass das Aufstellen einer Feuerschale mit bis zu 1 m Durchmesser ohne Genehmigung erlaubt ist.

Definitiv rate ich stark davon ab einen Haufen aus dem Gartenmaterial zu bauen und dann anzuzünden. Folgende Probleme können euch große Schwierigkeiten bereiten:

  • Trockenheit: Wenn das trockene Gras drum herum Feuer fängt, breitet es sich schnell aus
  • Wind: In der Kombination mit der Trockenheit – die bekanntlich in Deutschland herrscht – ist der Wind Ursache Nummer 1 für Brände.
  • Erhitzen der Bodenoberfläche tötet Lebewesen: Wenn ihr jedes Jahr so viel Arbeit und Mühe in eure Gartenerde steckt, wie ich, dann wäre es doch fatal das Bodenleben wieder zu vernichten?

Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass das wirklich nicht erlaubt ist!

Deshalb könnt ihr folgendermaßen vorgehen, ohne euch strafbar zu machen und am besten, ohne eure Nachbarn zu beräuchern: Schneidet eure Gartenabfälle klein und sorgt dafür, dass sie wirklich trocken sind. In kleinen Portionen könnt ihr sie nacheinander im Feuerkorb verbrennen.

Gleichzeitig kann man die Hitze und Glut auch wunderbar nutzen, um direkt über dem Feuer lecker zu kochen oder zu backen. Küchengötter hat ein leckeres Stockbrot Rezept.

Gartenabfälle in die Biotonne – Macht das denn Sinn?

In vielen Gemeinden gibt es eine befüllbare Biotonne, die regelmäßig geleert wird. In unserer nicht! Wir bekommen sogar einen kleinen Müllkosten-Rabatt, weil wir unsere Garten- und Küchenabfälle nicht wegwerfen, sondern selber verwerten.

In die Biotonne darf alles, was oben auf der Liste steht, plus natürlich noch die rohen Küchenabfälle. Allerdings zeigen Kompostieranlagen immer wieder abschreckende Bilder: Bitte, bitte, bitte keine Plastiktüten mit in die Biotonne kippen! Selbst die grünen, kompostierbaren Tüten sind nicht kompostierbar! Also doch, zu 90% bei perfekten Kompostbedingungen. Die restlichen 10% bleiben erhalten.

Ich kann zur Biotonne wirklich nur Erfahrungsberichte von anderen spiegeln: Sie beschweren sich über Maden in der Tonne, über den Gestank im Sommer und der Tatsache, dass die Tonne nie wieder sauber wird.

Andererseits müssen sie sich nicht darum kümmern, wie sie die Gartenabfälle transportiert bekommen: Ein Anhänger ist dafür nicht mehr notwendig und niemand muss mehr das Auto Stunden lang säubern. Geschweige denn der zeitliche Aufwand, den man sich spart, indem man das Auto oder den Anhänger nicht mehr beladen muss.

Gartenabfälle kompostieren – Risiken und Nebenwirkungen

Die natürlichste Variante, um mit Gartenabfällen umzugehen ist und bleibt die Kompostierung. Doch warum ist das so unbeliebt?

Risiken des Kompostierens von Gartenabfällen

  • Bei 1m³ Gartenabfälle pro 200 m² entsteht viel Material
  • Ihr braucht eine relativ große Fläche: 1 m² reicht für den Kompost nicht aus, außer ihr baut geschickt einen zugänglichen Komposter
  • Der Haufen sieht nicht schön aus
  • Gefahr der Verwilderung: Beim Kompostieren entsteht nährstoffreicher Boden, auf dem viele Pflanzen gerne wild wachsen

Nebenwirkungen des Kompostierens von Gartenabfällen – die positive Seite

  • Innerhalb von ein paar Jahren bekommt ihr wertvolle Gartenerde, mit der ihr eure Pflanzen düngen könnt
  • Ihr bietet Raum für Nützlinge, die euch und eure Pflanzen vor Schädlingen beschützen
  • Ihr unterstützt die Artenvielfalt
  • Ihr schafft auf wenigen Quadratmetern ein belebtes Biotop

Gartenabfälle sinnvoll weiterverwenden

Ihr lest sicherlich oft von Bemühungen und Umsetzungen einen Zero Waste Lebensstil zu führen? Die Verwertung von Gartenabfällen gehört meines Erachtens nach dazu!

Hier nun noch ein paar Ideen, was man mit Gartenabfällen noch anstellen kann:

  • Rasenschnitt als Mulch für eure Beete verwenden – bitte nicht zu dick auftragen, bevor Schimmel entsteht
  • Rasenschnitt alle paar Monate als dünne Mulchschicht auf der Rasenfläche liegen lassen. Das ist ein automatischer Dünger für die Gartenerde
  • Herbstlaub und Zweige auf einem großen Haufen stapeln: Sie bieten Igeln und vielen Insekten ein Winterquartier
  • Vertrocknete Blumen und Stauden über den Winter einfach stehen lassen: Sie schützen den Boden vor Erosion und bieten ebenfalls Lebensraum
  • Naturgartenideen hat es euch vorgemacht: Hügelbeet aus Gartenabfällen.
  • Nicht zuletzt: Gartenhäcksler leihen oder kaufen und alles klein schneiden. Alles verrottet schneller und kann gut als Mulchschicht verwendet werden (häcksler24 informiert sehr ausführlich, KEIN bezahlter Link)

Gartenabfälle im Wald entsorgen – untersteht euch!

Gartenabfälle im Wald entsorgen ist strikt und einfach verboten! Außer natürlich der Wald gehört euch.

Stellt euch vor, jemand fährt zu eurem Grundstück und lädt seinen ganzen Müll bei euch ab? Das ist ein absolutes No-Go! Und kann auch noch richtig hart bestraft werden mit mehreren Tausend Euro! Versteht mich nicht falsch: Ich unterstelle euch keine bösartigen Absichten! Also bitte! Wir wollen alle nur das beste für unsere Natur, unseren Geldbeutel und jeden einzelnen Mitmenschen, nicht wahr?

Deshalb geschieht es ja auch nicht absichtlich: Aber mit so einer Ladung Gartenabfälle im Wald könnt ihr den Waldboden mit versehentlichen Giften aus dem Gleichgewicht bringen. Die Stoffe, die sich in eurer Gartenerde befinden, sind im Wald nicht immer besonders gute aufgehoben.

Was macht ihr mit euren Gartenabfällen? Und vor allem: Welche Erfahrungen habt ihr mit der Menge gemacht?

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Gartenabfälle
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*Der Beitrag enthält Links und Werbung.

Izabella

Ich liebe Musik, Gesang und Tanz, Bücher, Wälder, meine Familie und unser wunderbares Grundstück, das sich langsam aber sicher in einen Garten verwandelt. Ich backe und koche, weil und wenn es mir Spaß macht - habe ich keine Lust, gibt es auch bei uns (Fertig)Pizza!
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2 Kommentare

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  • Liebe Izabella,
    unseren Garten verlässt kein organisches Material. Wir haben 3 Komposter, die Produzenten des „schwarzen Goldes“. Äste und anders grobes Material wird entweder gehäckselt oder auf Reisighaufen zum Wohl der Tierwelt verbaut. Da nackte Erde im Gemüsebeet kontraproduktiv ist, wird dort mit Rasenschnitt und Gemüseabfällen gemulcht. Man kann auch Flächenkompostierung dazu sagen.
    Liebe Grüße
    Karen

    • Das finde ich ganz toll, liebe Karen! Von dieser Flächenkompostierung profitieren wir auch enorm!
      Viele Grüße, Izabella