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Gartenerde für Gemüse anbauen – Welche braucht ihr?

Gartenerde für Gemüse anbauen
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Wenn man sich in den Gartencentern anschaut, welche Sorten von Erden sie verkaufen, kann man schnell verwirrt sein. Welche Gartenerde braucht man eigentlich? Benötigt man wirklich für jedes Gemüse und Kräuter unterschiedliche Sorten an Boden? Heute möchte ich euch ein paar Tipps an die Hand geben, mit welcher Gartenerde ihr nicht nur einen schönen Garten, sondern auch tolle Gemüsepflanzen bekommen könnt.

Gartenerde dopen und pushen mit Zusätzen und Düngern

Habt ihr den ein oder anderen Artikel auf Haus und Beet schon gelesen? Dann wisst ihr sicherlich, dass ich kein Fan bin von Kunstdüngern, teuren Boden Verbesserern und schon gar nicht von Unkrautvernichtern. Sie alle versprechen ein schnelles Wachstum eurer Blumen, Bäume und des Gemüses.

Es hat 3 Gründe, warum ich die Gartenerde nicht dope:

  • Ich habe vor noch viele Jahre zu leben. Folglich habe ich auch Zeit, um die Gartenerde bei uns aufzubauen.
  • Wenn Pflanzen zu schnell wachsen, sind sie viel anfälliger für Krankheiten und Schädlinge
  • Zu viel Stickstoff lockt Schädlinge an

Gartenerde – Was befindet sich in deinem Garten?

Es gibt 3 Sorten von Gartenerde, die du vorfinden kannst. Alle 3 haben natürlich Vorteile und du kannst sie gut nutzen, um bestimmte Gemüsesorten anzubauen.

Der Sandboden – Durchlässig und nährstoffarm

Der Sandboden ist sehr durchlässig und hält kaum Wasser.  Außerdem befinden sich nur wenige Nährstoffe im Sandboden. Kräuter, wie Oregano, Thymian oder Rosmarin wachsen hier voller Freude.

Bei Sandboden hilft eine sofortige Aussaat von Gründüngern. Roggen, zum Beispiel, bindet die Erde mir seinen Wurzeln und versorgt die Gartenerde mit Nährstoffen. Klee bedeckt den Boden ebenfalls innerhalb von kürzester Zeit. Zusätzlich hilft eine große Menge Komposterde, um Leben und Nährstoffe mit einzubringen. Und meinen mittlerweile treuen Begleiter, den Bokashi Eimer* möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Der Bokashi ist und bleibt mein natürlicher, biologischer Dünger Nummer 1.

Biogemuese.de hat für euch eine Liste mit 5 Tipps, wie ihr problemlos Gemüse auf Sandboden anbaut. http://www.biogemuese.de/forum/messages/18.html

Der Tonboden – Nährstoffreich und verdichtet

Der Tonboden ist das absolute Gegenteil vom Sandboden: Hier staut sich das Wasser und kann nicht abfließen. Diese Gartenerde ist voller Nährstoffe und dabei so fest, dass die Wurzeln kaum eine Chance haben sich nach unten zu graben. Dadurch, dass das Wasser nicht versickert, ertrinken die meisten Pflanzen.

Erneut ist hier ein Gründünger hilfreich: Sonnenblumen entwickeln Pfahlwurzeln, die bis zu 3 Meter tief reichen. Außerdem hilft es ca. 30-50 cm Erde zu lockern. Gemüsebeete, die erhöht sind, erleichtern den Pflanzen das Wachstum und auch den Halt.

Ihr könnt es euch denken: Bokashi ist auch in diesem Fall sehr hilfreich. Warum das so ist? Die fermentierten Küchenabfälle sind sehr gut aufgeweicht und locken in kürzester Zeit eine Vielfalt an Insekten an. Auch Regenwürmer und Kompostwürmer werden sich durchbeißen.

Diese vielen Tierchen fressen den Bioabfall, graben Wege durch die Gartenerde und hinterlassen ihren düngerstarken Kot. Die Gänge im Boden werden es dem Wasser helfen zu versickern und den Wurzeln sich auszuweiten. Außerdem werden auf diese Art und Weise die verschiedenen Erdschichten durchmischt.

Der Lehmboden – Die perfekte Gartenerde

Der Lehmboden ist die ideale Gartenerde, um Gemüse anzubauen oder einen schönen Blumengarten anzulegen. Hier staut sich kein Wasser, die Nähstoffe sind in gutem Gleichgewicht vorhanden und der Boden verdichtet sich nicht. Um diesen Zustand beizubehalten, solltet ihr regelmäßig Kompost dazu mischen. Wer einen Lehmboden im Garten hat, kann mit der Gemüseanzucht sofort beginnen.

Gartenerde verbessern – Was wirkt nachhaltig und düngt langzeitig

Wie bereits zu Anfang erwähnt: Kunstdünger sind fast schon magisch: Ihr wendet sie an und in Null Komma nix wachsen eure Blumen und Gemüsepflanzen, dass man ihnen dabei fast schon zuschauen kann. Der Nachteil ist, dass dieser Kunstdünger kurzfristig und schnell wirkt. Eure Gartenerde und alles an Pflanzen bevorzugt langzeitige Düngung und Verbesserung.

In dem Artikel Pflanzen biologisch und nachhaltig düngen habe ich euch bereits erläutert, wie das geht. Deshalb gibt es jetzt und hier nur eine Auflistung mit nachhaltigen, biologischen Langzeitdüngern, die ihr teilweise kostenlos von Landwirten bekommen könnt:

  • Komposterde
  • Hornspäne*
  • Hühnermist
  • Bodenaktivator*
  • Schafswolle gibt es auch als Tabs*
  • Brennnesseljauche
  • Pferde- oder Kuhmist
  • Gründünger Pflanzen

Gartenerde für Rasen

Ich erwähne hier immer nur Gemüsepflanzen und Blumen. Doch seien wir ehrlich: Ich kenne kaum einen Garten, der keinen Rasen hat. Die Gartenerde für Rasen ist ebenso zu behandeln, wie für Gemüse- und Blumenbeete. Nährstoffreich und durchlässig sollte der Boden sein. Ich, zum Beispiel, verteile im Frühjahr großzügig Komposterde auf unserem Rasen und reche ihn ein wenig glatt.

Auch ist es möglich Bokashi zu vergraben: Mit einem Spaten stecht ihr alle paar Meter Erde aus. Ins Loch kommt eine Hand voll Bokashi aus dem Eimer. Darauf zurück setzt ihr die ausgegrabene Erde mit der Grasnarbe. Ein paar Mal darauf treten. Nach ein paar Wochen sieht man das Loch gar nicht mehr.

Da ihr „nur“ alle 2 Wochen Bokashi bekommt, könnt ihr diese Art Düngung im Garten zeitlich verteilen.

Habt ihr vor allem einen Sandboden, hilft euch der Rasen enorm: Er muss zwar wirklich zuverlässig gegossen werden. Aber sobald sich die Wurzeln verankert haben, hält der Rasen den Boden sehr gut fest. Bodenerosion wird also kein Problem mehr sein.

Welche Gartenerde hast du? Wie stellt man das fest?

Anstatt teure Tests durchzuführen, kannst du deine Hände schmutzig machen: Feuchte deine Gartenerde an und versuche sie zu formen. Der Sandboden lässt sich kaum formen und rollen. Der Lehmboden hält gut zusammen und lässt sich zu einer dünnen Rolle ausrollen. Beim Tonboden ist es möglich auf wenige Millimeter auszurollen.

Und fertig ist dein Test!

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Gartenerde für Gemüse anbauen
Gartenerde für Gemüse anbauen
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*Der Artikel enthält Links und Werbung

Izabella

Ich liebe Musik, Gesang und Tanz, Bücher, Wälder, meine Familie und unser wunderbares Grundstück, das sich langsam aber sicher in einen Garten verwandelt. Ich backe und koche, weil und wenn es mir Spaß macht - habe ich keine Lust, gibt es auch bei uns (Fertig)Pizza!
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4 Kommentare

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  • Hallo Izabella,

    da bin ich voll bei dir – diese ganzen Kunstdünger kommen mir auch nicht in den Garten.

    Bezüglich Lehmboden: hier kann sich sehr wohl Staunässe bilden und der Boden zu verdichtet sein. Ich weiß, wovon ich rede, wir haben hier Lehmboden. 😉
    Was hilft? Sand und Kompost beigeben und mulchen – die Humusschicht verbessert den Boden ebenfalls. Lehm- und Tonboden sind sich in der Hinsicht ziemlich ähnlich.

    Liebe Grüße
    Anne

    • Liebe Anne,
      Danke für dein Feedback! Ich stehe ja mit Sand so ein wenig auf Kriegsfuß: Den mag ich gar nicht hinzufügen zu meiner Erde… Da nehme ich lieber – wie du auch sagst – Kompost, bzw. Bokashi. Der lockert alles auf. Und ich glaube das ist eben etwas Entscheidendes: Wenn man die Erde NICHT der Natur überlassen will, sollte man regelmäßig an ihr „arbeiten“. Viele Grüße, Izabella

  • Liebe Izabella,
    wir haben sauren Sandboden, das ist unkompliziert, wenn auch sehr durchlässig. Mit Staunässe haben wir deshalb nicht zu kämpfen. Bei Pflanzungen (nicht beim Gemüse) gebe ich manchmal Urgesteinsmehl mit ins Pflanzloch, das sorgt für bessere Wasserbindung.
    Ansonsten produziere ich fleißig Kompost, während die Nachbarn die braune Tonne rausstellen. Haben wir nicht 🙂 .
    Liebe Grüße
    Karen

  • Liebe Izabella, bei meiner Mutter daheim hat es Lehmboden und der kann sehr tückisch sein. Einige Stellen sind derart verdichtet, dass ohne Lockerung kein Gemüse wachsen würde.

    LG Kathrin