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Mythen über Gemüse anbauen – Sie stimmen nicht!

Mythen über Gemüse anbauen
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Gemüse anbauen ist nach meinem Empfinden immer umgeben von einer magischen Aura. Sobald jemand erzählt, dass sie Tomaten auf dem Balkon wachsen lässt, leuchten die Augen. Auch habe ich schon öfter gehört: „Das, was du machst, ist der Traum eines jeden Stadtmenschen!“ Und TROTZDEM (oder deshalb?) kursieren Mythen über Gemüse anbauen in den Medien und den Köpfen der Menschen.

Die Magie des Gemüseanbaus

Natürlich ist es phantastisch und bezaubernd: Aus einem Samenkorn wächst eine Pflanze empor und produziert die leckersten Gemüsesorten. Dabei reicht die Größe des Saatkorns von Staubpartikeln bis hin zu 2ct Münzen. Noch viel unwirklicher finde ich, dass aus diesem einzelnen Korn eine Pflanze hervor wächst, die noch einmal mehrere tausend (!!!) Saatkörner produziert! DAS, meine Lieben, ist die Magie der Natur!

Früher gehörte das Anbauen von Gemüse einfach dazu

Noch meine Großeltern hatten einen schönen großen Garten mit Mandelbäumen, Brombeeren und vielem mehr, an das ich mich leider nicht mehr erinnere. Ein Gemüsegarten war unumgänglich. Das lag vielleicht aber nicht sehr wahrscheinlich am Kommunismus: Alles war rationiert, auch die Nahrungsmittel. Das, was im eigenen Garten gewachsen ist, konnte man dann auch (hoffentlich) behalten.

In Dritten Welt Ländern ist Gemüse anbauen unumgänglich

Sollte ich hier mit meinen Bezeichnungen politisch unkorrekt sein, verzeiht mir, bitte! Ich glaube nicht, dass Recherche über Formulierungen zu meiner Aufgabe gehört!

Wie auch immer: In Ländern, in denen es nicht möglich ist einfach in den nächsten Supermarkt zu laufen, ist Gemüse anbauen kein Mythos, sondern Realität! Menschen müssen sich dort selbst versorgen, um an genug Nährstoffe heran zu kommen. Denn die eigentlichen Agrarfelder sind verkauft oder verpacktet – an Europa! Und Asien, USA!

Mythen über Gemüse anbauen

Es gibt in unserer westlichen, verwöhnten Welt voller Überfluss viele Vorurteile gegenüber Gemüse selber anbauen. Sicherlich treffen einige zu. Aber meiner Meinung nach sollten wir unsere Ernährung sehr bewusst in die eigene Hand nehmen. Ich strebe kein ewiges Leben an! Aber gesund leben mit wenig Wehwehchen möchte ich sehr wohl!

Gemüse selber anbauen ist giftig

Sicherlich habt ihr vor einigen Jahren im Hochsommer DIE Nachricht der Boulevardpresse gelesen: „80 Jähriger Mann an giftiger Zucchini aus dem eigenen Garten gestorben!“

Nimmt es mir bitte nicht übel: Mit 80 Jahren ist er wahrscheinlich NICHT an dieser Zucchini gestorben! Sie war höchstens das I-Tüpfelchen, das ihm den letzten Tritt verpasst hat.

Damit will ich nicht sagen, dass die Zucchini nicht giftig war – ganz im Gegenteil! Wenn eine Zucchini bitter schmeckt – das gilt im Übrigen für die restlichen Gemüsesorten auch! – esst sie auf gar keinen Fall! PUNKT! Das nämlich bedeutet, dass das Gemüse giftig ist! Natürlich gibt es Salate, die bitter schmecken. Diese sind nicht giftig!

Doch wie kommt es dazu, dass Gemüse giftig ist? Ganz einfach: Wenn du Saatgut selber sammelst, achte auf Folgendes: Die Mutterpflanze muss zwingend Bio Qualität haben. Nur dann sind genetische Veränderungen ausgeschlossen. Kaufst du das Saatgut direkt im Handel von einer zugelassenen Firma, besteht überhaupt keine Gefahr! Die Firmen werden dir niemals giftiges Saatgut verkaufen. Das würde sie ansonsten ruinieren.

Eigenes Saatgut produziert aber grundsätzlich KEIN giftiges Gemüse!

Keime auf dem Salat und Gemüse aus dem Garten

Alle paar Jahre verfolge voller Schreck und Ekel, dass Tonnen von Gemüse aussortiert und sofort weggeschmissen werden. Grund: 2 Kunden hatten Durchfall!

Da helfen 2 Sachen

  • Kaufe kein konventionelles Gemüse; Es ist voller Gifte und Schadstoffe
  • Wasche dein Gemüse; Ist es voller Reste von Erde und Sand, schmeckt es sowieso nicht!

Sollte das Gemüse aus dem eigenen Garten mit Keimen befallen sein, wirst du es merken: Die Gemüsepflanze wird eingehen! Sie wird nicht aussehen, wie ein gesundes Gemüse! Du wirst es gar nicht essen wollen!

Gemüse anbauen ist schwierig

Mythen über Gemüse anbauen

Natürlich gibt es Gemüsesorten, die ein bisschen Übung und mehr Aufmerksamkeit fordern. Wenn du blutiger Anfänger bist, empfehle ich dir nicht gleichzeitig 20 Gemüsesorten anzubauen. Beschränke dich auf 5 einfache Sorten: Salat, Radieschen, Zucchini, Bohnen und Karotten.

Du wirst schnell merken, welche Sorte Gemüse dir besonders liegt und natürlich auch schmeckt!

Schwierige Gemüsesorten sind: Auberginen, Paprika und auch Tomaten. Alle drei wollen früh im Jahr gesät werden: Spätestens bis Mitte März!

Das komplette Saatgut stammt von rücksichtslosen, machtgierigen Konzernen

Definitiv gibt es eine leider sehr erschreckende Zahl: 4 große Konzerne beherrschen 70% des Weltmarktes an Saatgut und Pflanzenschutz. Wer das ist, kannst du im Artikel des Handelsblatts nachlesen.

Es gibt einen einfachen Ausweg: Informiere dich! Bei uns herrscht (noch) freier Zugang zu Wissen und Informationen. Neben mir gibt es noch weitere Damen und Herren, die ihre wertvolle Zeit dafür nützen, um genau DICH zu informieren! Unter der Rubrik „Interessante Blogs“ findest du ein paar von ihnen.

Du kannst ein für alle Mal davon ausgehen, dass Saatgut in größeren Baumärkten von Monsanto/Bayer stammt. Ja, auch die Bio-Linie, die sie jetzt eingeführt haben.

Kleinere, nachhaltigere Firmen, findest du dementsprechend in kleineren Bio-Märkten. So einfach ist das!

Wie gehe ich sicher, dass die nachhaltigen Firmen andere Menschen nicht ausbeuten?

Mal ehrlich – ich weiß es nicht! Alleine schon die Tatsache, dass der Umsatz nicht in Milliarden Höhe geht, hilft mir persönlich die Situation abzuschätzen. Meistens leiden solche nachhaltigen Firmen an einer Marketing-Schwäche. Deshalb werdet ihr noch Jahre lang auf große Werbebanner warten müssen!

Wenn du wirklich auf Nummer sicher gehen willst: Siehst du einen Garten, der dir gefällt? Entdeckst du einen natürlichen Gemüsegarten in einer Ecke, dann habe ich einen einfachen Tipp für dich: Setze ein Lächeln auf und FRAG DOCH EINFACH MAL NACH! Was für Saatgut verwenden sie? Welche Erde? Welche Firma empfehlen sie?

Verrückt, oder? Man lernt dadurch wirklich freundliche Menschen kennen. Und wenn du Glück hast, bekommst du auch noch Ableger und kostenloses Saatgut.

Es gibt zu viel Nahrungsmittel auf der Welt – warum sollte ich Gemüse anbauen?

Täglich landen Tonnen an Nahrungsmitteln im Müll. Tatsächlich gelangt gerademal die Hälfte des Obsts, Gemüses und der Backwaren in unsere Supermärkte. Die anderen, hässlichen, schmutzigen, verformten 50% kommen in die Mülltonne. Du liest richtig: Die Mülltonne! Denn sie entsprechen weder Klasse I, noch Klasse II und dürfen nach EU Regel nicht verkauft werden.

Der Münchner Vollcorner verkauft zum Beispiel Maus-Kiwis, also Kiwis, bei denen 2 Früchte zusammengewachsen sind. Das ist nicht erlaubt und so wurden sie schon einmal erwischt und betraft.

Trauriger Weise stammt dieses Obst und Gemüse NICHT aus Deutschland, sondern meistens aus Spanien, Italien, Afrika und Südamerika.

Deshalb baue ich mein Gemüse sehr gerne selber an. Wir hatten noch keine Vergiftungserscheinungen und sind ganz glücklich oft aus dem Garten ernten zu können.

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*Dieser Artikel enthält Werbung und Links.

Izabella

Ich liebe Musik, Gesang und Tanz, Bücher, Wälder, meine Familie und unser wunderbares Grundstück, das sich langsam aber sicher in einen Garten verwandelt. Ich backe und koche, weil und wenn es mir Spaß macht - habe ich keine Lust, gibt es auch bei uns (Fertig)Pizza!
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3 Kommentare

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  • Also ich wär jetzt gar nicht auf die Idee gekommen, dass man sich an seinem eigenen Gemüse vergiften könnte! Aber interessant zu wissen, dass das anscheinend für manche ein (völlig unbegründetes) Hinderniss darstellt. LG Ina

  • Wir haben auf dem Balkon einen großen Bottich mit Kräutern (Minzem, Rosmarin, Thmian, Basilikum) und zumindest Zupfsalat. An Tomaten hatte ich mich auch schon probiert, aber das wird nicht richtig.
    Und in der neuen Saison kommt vielleicht ein Kartoffelsack hinzu. 😉

  • Ich denke aber schon, dass die giftige Zucchini aus eigenem Saatgut entstanden ist, wie denn auch sonst? Dabei spielt es keine Rolle, ob die Mutterpflanze Bio Qualität hatte. Wenn sich Zierkürbisse und Zucchinis kreuzen, kann sowas passieren. Auch wenn beide Mutterpflanzen Bio waren.