Waschmittel aus der Natur

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Vor fünf Jahren habe ich aufgehört herkömmliches Waschmittel zu kaufen. Der Grund dafür war auf einer noch verdeckten Ebene sicherlich schon die Ökotussi-Einstellung von mir – zumindest behauptet das mein Mann. Tatsächlich war ich schwanger mit Nummer 1 und der Geruch von Waschmittelpulver aus dem Supermarkt hat mir den Magen umgedreht. Ich habe es mir gespart die Inhaltsstoffe durchzulesen.

Daher gehe ich seitdem mit offenen Augen durch die Welt und suche nach natürlichen Waschmitteln.

Die Waschnuss

Waschnüsse kann man in vielen Reformhäusern und Drogerien kaufen. Ein praktischer Baumwollsack wird zur Packung hinzugelegt, der ebenfalls mit in die Wäsche kommt und dafür sorgt, dass der allgemeine Dreck entfernt wird. Ein wunderbarer Nebeneffekt ist, dass die Wäsche nach nichts riecht.

Allerdings hat die Waschnuss einen gewaltigen Haken

Bei uns gibt es 1 kg Waschnüsse bereits ab 11 € zu kaufen. Mit solch einer Menge, schreiben die Hersteller, sind bis zu 330 Waschladungen möglich. Das entspricht knapp 4ct pro Waschgang. Das scheint für uns sehr günstig zu sein und in Theorie auch sehr umweltfreundlich, da sie direkt vom Waschnussbaum in Asien gepflückt und zum Waschen geschält werden.

Die Praxis der Waschnuss sieht folgendermaßen aus

  • Der Weg von ihrem Ursprung zu uns beträgt knapp 7000 km. Das, was die Waschnuss an Umweltfreundlichkeit aufweist, verliert sie Dank des Transports wieder. Die Verschmutzung landet (hoffentlich nur) in der Luft, nicht bei uns im Grundwasser.
  • Die Waschnuss wird in Indien traditionell zum Waschen und Putzen hergenommen, besonders von armen Familien. Da jedoch die Nüsse in den Westen exportiert werden, können sich die Inder das nicht mehr leisten. Sie müssen auf billigere, giftige Waschmittel aus dem Supermarkt zurückgreifen.

Kastanie als Waschmittel

Kastanien als Waschmittel

Wir in Europa haben ebenfalls unsere Waschnüsse: Bei uns wächst der Kastanienbaum bis zu 25 Meter hoch und trägt jährlich die braunen Nüsse. Im Herbst findet man sie wirklich überall. Frisch werden sie gesammelt, klein geschnitten und 10 Kastanien in einem Glas Wasser eingelegt, am besten über Nacht. Dieses Waschmittel benutzt man, wie Gewöhnliches auch. Die Wäsche wird aufgrund der Saponine in der Kastanie sauber.

Utopia erklärt genauer, wie man Waschmittel aus Kastanien herstellt.

Auch die Kastanie hat einen Nachteil: Wirklich hartnäckige Verschmutzungen und Flecken kann sie nicht entfernen. Für einen besseren Wascheffekt benutze ich immer noch einen Wäscheball*.

Ebenfalls ist es möglich Kastanien zu zerkleinern und im Backofen zu trocknen. So könnt ihr euch im Herbst einen Vorrat zulegen.

Birthe hat ganz schlechte Erfahrungen gesammelt, als sie versucht hat, Kastanien an der Luft zu trocknen. Bitte also lieber den Backofen betätigen!

Waschmittel aus Efeublättern

Efeu als Waschmittel

Sollte euch der Vorrat an Kastanien während des Winters und Frühlings ausgehen, schafft der immergrüne Efeu Abhilfe. Auch seine grünen Blätter enthalten Saponine.

Dabei kann man 15 Blätter entweder in einem Wäschebeutel direkt zur Wäsche geben oder ebenfalls einen Sud machen. Die 15 Efeublätter kommen in ein Schraubglas, werden mit 200ml kochendem Wasser übergossen. Ein paar Minuten lang rührt man die Flüssigkeit, bis Schaum entsteht. Jetzt ist der Waschsud direkt verwendbar.

Nurrosa erklärt den Vorgang anschaulich mit Bildern.

Auch hier würde ich einen Wäscheball* mit in die Wäschetrommel legen.

Waschmittel aus Asche

Waschmittel aus Asche

Wir besitzen einen Holzofen und heizen mit ihm den ganzen Winter über das Haus. Diese Anschaffung hat sich definitiv gelohnt, da wir vor unserem Hausbau 5 alte, sehr große Bäume gefällt haben.

Aus der Asche von unbehandeltem Holz lässt sich gutes Waschmittel herstellen.

Dafür nehme ich 200g erkaltete Asche und 1 Liter heißes oder kochendes Wasser. Das wird gut verrührt und darf erst einmal einen Tag lang stehen. Im Anschluss siebe ich die Flüssigkeit durch eine Mullwindel, damit keine Aschereste im Waschmittel bleiben.

In die Wäsche lege ich immer einen Wäscheball* und füge noch 3-5 Esslöffel dieses Waschmittels hinzu.

Ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Das wichtige ist, dass die Asche wirklich abgesiebt ist, denn Aschereste in den Kleidungsstücken sind ebenso nervig, wie Taschentücher, die mitgewaschen wurden.

Kostenbilanz für regionale Waschmittel

  • Der Kastaniensud erfordert nur Kosten für den Strom. Trocknet man also auf einmal mehrere Kilo Nüsse, fällt das kaum ins Gewicht.
  • Efeublätter findet man das ganze Jahr über. Vielleicht solltet ihr vorher mit eurem Nachbarn reden, bevor ihr ihm die Blätter von der Hauswand pflückt.
  • Asche sammelt sich vor allem in den Wintermonaten an. Wer eine Aschetonne besitzt, kann die Asche darin mehrere Monate lang aufbewahren.

Zusatz zum natürlichen Waschmittel

Ich persönlich gebe zum Waschmittel, egal aus welchem Grundelement, immer noch ein paar Esslöffel Waschsoda – je nach Größe des Behälters. Dieser ist gleichermaßen natürlich und gibt dem Waschmittel noch zusätzliche Waschstärke.

Seit 5 Jahren verzichte ich vollkommen auf industrielle Waschmittel und musste mir noch nie anhören, dass meine Kleidung dreckig ist oder stinkt. Hartnäckige Flecken entfernt der Waschsud nicht, auch bleibt weiße Wäsche nicht reinweiß und leuchtend. Beides stört mich jedoch gar nicht, da ich weder weiße Kleidung anziehe, – bei zwei Kindern wäre das auch wirklich gewagt – noch absolut verschmutzte Wäsche habe. Die Kleidung der Kinder lassen sich vorher einweichen. Sollten sie nicht jedes Mal vollkommen verschmutzt sein, gehen die Flecken nach ungefähr 3 Wäschen wieder heraus.

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Ich liebe Musik, Gesang und Tanz, Bücher, Wälder, meine Familie und unser wunderbares Grundstück, das sich langsam aber sicher in einen Garten verwandelt. Ich backe und koche, weil und wenn es mir Spaß macht - habe ich keine Lust, gibt es auch bei uns (Fertig)Pizza! Über Kommentare freue ich mich sehr! Backlinks von euch sind FOLLOW, Spam wird gelöscht! Mein Blog läuft über einen Rechner, der von Ökostrom versorgt wird.
5 comments
  1. Hallo Izabella!

    Wir waschen schon einige Zeit mit Kastanien. Getrocknet haben wir meist mit der Restwärme vom Backrohr, wenn ich einen Auflauf oder Kuchen gemacht habe. Das hat super geklappt.

    Wir haben im Herbst 2016 so viele gesammelt, dass wir den Herbst 2017 ausgelassen haben und noch immer Waschmittel haben 🙂

    lg
    Maria

    1. Ich finde das so super einfach! Einmal beschäftigt man sich damit ein paar Stunden lang und dann hat man für so lange Zeit genug Vorräte!

  2. […] Ich war außerdem wahnsinnig empfindlich auf jegliche Gerüche. Deshalb habe ich unser herkömmliches Waschmittel verschenkt und mische seitdem nur noch GERUCHLOSES Flüssigwaschmittel. Wenn ihr wissen wollt, wie das geht und was ihr dafür braucht, lest einfach meinen Artikel „Waschmittel aus der Natur„. […]

  3. […] Außerdem stelle ich seit Jahren mein Waschmittel selber her: Waschmittel aus der Natur […]

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