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Gemüse anbauen im Topf für Anfänger

Gemüse anbauen im Topf für Anfänger
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Gemüse anbauen ist und bleibt beliebt: Während manche dieses Hobby zur Grundlage des Lebens ausbauen und zu Selbstversorgern werden, konzentrieren sich andere auf ihr Lieblingsgemüse. Alle gemeinsam haben sie, dass sie mal am Anfang standen, vollkommen überfordert von den Angeboten und Möglichkeiten. Deshalb gibt es heute ein Guide: Gemüse anbauen im Topf für Anfänger.

Gemüse anbauen im Topf für Anfänger – Schritt für Schritt zur eigenen Ernte

Fange klein an

Nichts hemmt die Motivation mehr, als wenn man sich die Welt vornimmt, große Vorsätze macht und es einfach nicht schafft. Wahrscheinlich jogge ich deshalb nicht. Ich sehe mich ungeschickt 1 km durch die Gegend tapsen und mich lächerlich machen, statt einen Marathon zu laufen. Aber das gehört hier gar nicht hin!

Suche dir MAXIMAL 5 Gemüsesorten aus, die du liebst und auf die du nicht verzichten möchtest und kannst. Wenn es ein solches Gemüse nicht gibt, ist Haus und Beet nicht das richtige Magazin für dich!

Diese 5 Gemüsesorten wirst du in Zukunft noch viel mehr schätzen lernen, wenn sie aus deinen eigenen Blumentöpfen heraus sprießen! Versprochen! Und mit der Zeit spricht dann nichts dagegen, dass du deine Auswahl an Gemüse erhöhst.

Welches Pflanzgefäß nimmt man einfach her?

Das mit dem einfach gehört wahrscheinlich anders formuliert. Es gibt so viel Auswahl, mittlerweile. Im Januar haben wir 5 große Pflanzkübel aus Ton gekauft – weil sie im Angebot waren. Wichtiger, als der Preis war für mich Folgendes: Der Durchmesser hat mindestens 15 cm, das Gefäß ist ca. 30 cm hoch. Das Volumen sollte nicht unter 5 Liter haben, sonst gibt es wenig Entfaltungsmöglichkeit für Gemüsepflanze und Wurzeln.

Wenn ihr längliche Pflanzkübel kauft, dann sollten sie auch ruhig 15 cm breit sein. Mehr schadet natürlich nicht!

Welches Material ist bei Pflanzkübeln gut und passend?

Natürlich bevorzuge ich Blumentöpfe aus Ton. Sie sind stabil, sehen gut aus und können Wasser speichern. Letztere Eigenschaft führt auch gerne dazu, dass mit der Zeit Partikel abbröckeln. Außer der Optik schadet das wenig.

Ton hat jedoch sein Gewicht: Habt ihr schon mal einen bepflanzten Pflanzkübel mit 30-50 cm Durchmesser bewegt? Letztes Jahr sind mir der Ehemann und mein Vater doch recht böse gewesen. Da fiel dann schon der Satz: „Kannst du nicht einfach Tomaten aus dem Laden kaufen? Die kosten 5€!“ Dementsprechend haben diese Pflanzkübel nun ihren festen Platz. Ähem, ähem…

Doch nicht nur zum Bewegen ist ein Pflanzkübel aus Ton gefährlich: Wenn ihr in einer Wohnung mit Balkon wohnt, werden solche Behälter schnell zur Gefahr. Seid ihr auch nur annähernd solche Baum- und Pflanzenfreaks, wie ich, solltet ihr definitiv nach der Statik und Traglast des Balkons fragen! In diesem Fall würde ich lieber zu Pflanzkübeln aus Kunststoff greifen. Das macht viele Kilogramm Unterschied.

Die richtige Erde zum Gemüse anbauen im Topf

Mische Gartenerde mit Komposterde. Am leichtesten machst du das, indem du Schicht für Schicht die Pflanzgefäße auffüllst. Mit der Zeit sorgen Mikroorganismen, Insekten und auch Wurzeln dafür, dass alles umgerührt wird. Von spezieller „Kräutererde, Tomatenerde, Gemüseerde“ und was weiß ich noch halte ich nichts. Die nötigen Nährstoffe sind im Humus enthalten und können mit Hilfe von Komposterde einfach aufgefüllt werden.

Im Garten geht das ja relativ schnell: Solch eine Erde kann man einfach mischen mit Kompost. In Pflanzgefäßen gestaltet sich das etwas schwieriger. Denn was soll man mit der „alten“ Erde anfangen? Ganz einfach: Auf gar keinen Fall wegwerfen!

Über die Monate setzt sich der Erdpegel und das Pflanzgefäß scheint weniger voll zu sein. Seit 2 Jahren befülle ich meine Pflanzgefäße ca. 1 Monat vor dem Bepflanzen folgendermaßen: 1/3 Gartenerde (bzw. „alte Erde“), 1/3 Bokashi und 1/3 Gartenerde (bzw. „alte Erde“).

Das Bokashi verrottet mit der Zeit im Pflanzkübel und gibt euren Pflanzen die ganze Saison lang Nährstoffe. Damit wird auch das Düngen vollkommen überflüssig und der Boden bleibt frisch und locker.

Falls die Frage aufkommt: Ich kenne keinen Gärtner, der Erde überschüssig hat. Im Gegenteil, man braucht gefühlt jedes Jahr Neue. Daher braucht ihr keine Angst zu haben, dass ihr irgendwann Erde herumliegen habt.

Einfache Gemüsesorten zum Anbauen im Topf

Einfaches Gemüse zum Aussäen im Gemüsegarten oder Pflanzkübel

Salate

Radieschen

Zucchini (nur im Mai und Juni aussäen): 30 cm Durchmesser

Karotten (wächst langsam)

Bohnen

Kohlrabi (braucht viel Platz)

Erbsen

Schnell wachsende Gemüsesorten

Radieschen

Salat

Dill

Rettich

Stielmus

Einfache Gemüsepflanzen zum Kaufen

Brokkoli

Kürbis (nur im Mai und Juni)

Salat

Blumenkohl

Kohlrabi

Kräuter

Regelmäßig gießen

Anfänger machen oft den Fehler: Zunächst kümmern sie sich liebevoll um ihre Gemüsepflanzen und übergießen die kleinen Zöglinge. Danach sehen die Pflanzen verkümmert aus, die Leute lesen im Internet nach und gießen dann lieber gar nicht oder sind unmotiviert. Beides ist nicht gut!

Freudengarten gibt dir Tipps, wie du richtig gießt.

Wenn du Pflanztöpfe hast, besitzen sie meistens auch hoffentlich Öffnungen am Boden. So kann überschüssiges Wasser ablaufen. Wenn ein Untersetzer darunter steht, erkennst du sowieso, wie groß der Wasserbedarf ist. Sollte noch Wasser im Untersetzer stehen, dann brauchst du nicht zu gießen. Wenn du keinen Untersetzer unter den Pflanzkübel gestellt hast, achtest du darauf, ab wann das Wasser unten herausfließt. Das ist das Zeichen, dass du genug gegossen hast.

Dünger oder nicht Dünger – Das ist hier die Frage

Im Gemüsegarten ist es relativ einfach ohne Dünger auszukommen. Man hält sich an die Mischkultur, Pflanzfolge und sät jedes Jahr ein wenig Gründünger aus.

In Pflanzkübeln darf man nicht darauf hoffen, dass sich die Erde mit Hilfe von Umwelteinflüssen erneuert. Schließlich gelangen bei Weitem nicht so viele Lebewesen in Blumentöpfe. Regenwürmer, zum Beispiel, wird man leider nicht so schnell antreffen.

Wie oben bereits beschrieben: Mit Hilfe von Bokashi spart man sich jede Menge Arbeit. Essensreste, Gemüseschalen, Fingernägel und Haare in der Bürste haben wir doch alle. Warum diese also nicht gleich in Pflanzkübeln kompostieren?

Auch Gründünger helfen eurer Erde in Pflanzkübeln. Diese sind allerdings schwieriger in die Erde einzuarbeiten. Hier gibt es noch einen Beitrag dazu, mit welchen biologischen Mitteln man Gemüsepflanzen kostengünstig düngen kann.

Wie ihr seht, hängt der Erfolg von Gemüse anbauen oft gar nicht an der Gemüsesorte. Die richtige Erde und der richtige Pflanzbehälter sind wesentlich entscheidender, damit eure Tomaten und der Salat wachsen.

Welche Frage möchtest du noch geklärt haben, bevor du dein erstes Gemüse im Topf anbaust?

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Gemüse anbauen im Topf für Anfänger
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*Dieser Artikel enthält Werbung und Links.

Izabella

Ich liebe Musik, Gesang und Tanz, Bücher, Wälder, meine Familie und unser wunderbares Grundstück, das sich langsam aber sicher in einen Garten verwandelt. Ich backe und koche, weil und wenn es mir Spaß macht - habe ich keine Lust, gibt es auch bei uns (Fertig)Pizza!
Über Kommentare freue ich mich sehr! Spam wird gelöscht, ebenso sinnlose Beleidigungen! Mein Blog läuft über einen Rechner, der von Ökostrom versorgt wird.

5 Kommentare

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  • Liebe Iza,
    dieser Artikel ist wirklich perfekt für mich! Ohne Balkon und ohne Garten tue ich mich nämlich mit dem selber Anbauen schon sehr schwer. 🙂 Aber im Topf und mit den richtigen Tipps klappts (hoffentlich) auch bei mir! Ich glaube, ich versuche mich erstmal an z.B. Dill, zwecks dem Platz…
    LG Ina

  • Liebe Izabella,
    ich lese mich nun schon seit einigen Wochen quer durch deine Artikel. Jetzt ist es an der Zeit, auch mal einen Kommentar zu hinterlassen: Vielen vielen Dank für so viele gute leicht verständliche Informationen! Du hast einen tollen Blog mit einer Menge interessanten Themen.

    Ich habe letztes Jahr bereits versucht, etwas Gemüse auf der Terrasse anzubauen, was leider kaum gewachsen ist. Basilikum, Schnittlauch und Minze funktionierten super, Möhren und Tomaten wollten leider nicht. Vielleicht probiere ich es dieses Jahr mal mit Salat und Radieschen? Andere Sorten müssen dann wohl warten, bis wir (vielleicht nächstes Jahr schon) Haus- und Gartenbesitzer sind.
    Kann ich Salat und Radieschen in diese länglichen Blumenkästen säen? Die wären nämlich schon vorhanden.
    Und welche Erde benutze ich am besten? Ohne Garten kann ich ja nirgends Gartenerde entnehmen, was kaufe ich da am besten?

    Vielen Dank für deine Hilfe und liebe Grüße
    Katha

    • Liebe Katha,
      Freut mich sehr, dass dir der Blog so sehr gefällt! Im Baumarkt bekommst du ganz normale „Gartenerde“. Vielleicht mischt du sie 1/2 mit Kompost? Länglich geht auf jeden Fall gut. Beim Salat könnte es passieren, dass er nicht zu groß wird (Kopfsalat). Rauke wächst überall, auch Radieschen. Ja die Tomate… Nimm einen Pflanzkübel, in den ca. 10 Liter Erde hineinpasst. Ruhig komplett mit Komposterde auffüllen und so stellen, dass die Tomaten von oben möglichst kein Wasser abbekommen. Die besten Erfahrungen habe ich mit Cocktailtomaten gemacht. Die sind relativ anspruchslos.
      Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen! Viele Grüße, Izabella