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Plastik Müll – gibt es einen Ausweg?

Plastik Müll – gibt es einen Ausweg?
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Ich weiß nicht, wie es euch dabei geht: Plastik Müll, die Nachrichten über Plastikinseln im Meer und unser Konsumverhalten bedrücken mich sehr. Wie konnten wir einen so wunderschönen Planeten, die Erde in einen „Plastic Planet“ verwandeln? Ich stoße regelmäßig an meine Grenzen, wenn ich versuche Plastik zu vermeiden. Dabei wird mir immer unschlüssiger, wie ich plastikfrei leben soll.

Plastikmüll in Deutschland

Deutschland ist laut Studien, eines der führenden Länder, wenn es um Plastikmüll produzieren geht. Hier ein paar Plastikmüll Statistiken für euch:

  • „Jeder Deutsche produziert durchschnittlich 37 kg Plastikmüll nur aus Verpackungsmüll pro Jahr (Plastikmüll Statistik 2017)
  • Insgesamt erzeugt jeder Deutsche 611 kg Müll pro Jahr! (Plastikmüll Statistik 2012)
  • Nur Estland (46,5 kg), Luxemburg (52 kg) und Irland (71 kg) produzieren mehr Plastikmüll als Deutschland pro Kopf (Plastikmüll Statistik 2017)“

Quelle mit weiteren, unschönen Zahlen: https://www.careelite.de/plastik-muell-fakten/

Plastikmüll im Meer

Natürlich landet nicht alles an Plastikmüll von uns direkt im Meer. Nein, es wird zunächst gepresst und gedrückt, damit es auf die Lastwägen und Container passt. Ca. 30% des Plastikmülls wird verbrannt, 20% recycelt. Bleiben also 50% übrig.

Ich bekenne mich eindeutig zu einer (gravierenden) Physik- und Chemieschwäche. ABER: Wenn im Jahr 18,5 Kilo Plastik Müll pro Kopf aus Deutschland in die Meere gelangt, sind das 1147 000 000 Kilo Müll. Das entspricht 1147 Tausend Tonnen. Ja, in Mathe war ich immer gut!

Jetzt aber meine Physikschwäche: Wenn so viel Müll im Meer landet, hat das doch einiges an Volumen? Hat jemand eine Ahnung, wie viel Liter? Wohin wird das ganze Wasser verdrängt? Kommen euch Nachrichten über steigende Meeresspiegel bekannt vor? Vielleicht besteht ein Zusammenhang.

Plastik im Meer hat Folgen! Nicht nur unsere Meeresbewohner sterben. Auch Menschen und Bevölkerungen, die sich nahe am Wasser gesiedelt haben, sind in Gefahr. Meines Erachtens nach schließt uns das wahrscheinlich auch mit ein. Denn Flüsse sind doch auch abhängig vom Meeresspiegel.

Plastikmüll vermeiden

Ihr lest also, wir Ökotussen sind nicht ganz bescheuert! Und glaubt mir, mein Beitrag für den Plastikmüll-Berg ist nicht gleich Null! Aber sicherlich produziere ich mittlerweile nur noch ein paar Kilo pro Jahr. Ich vermeide Plastikmüll! Zum einen habe ich mir persönliche Einkaufsregeln gesetzt. Zum anderen habe ich meinen Konsum spürbar eingeschränkt.

Ich vermeide Plastikmüll, indem ich immer ganz viele Stoffbeutel zum Einkaufen mitnehme. Ich kaufe nur das, was nicht abgepackt ist und auch wirklich nur das, was wir essen werden. Hallo Einkaufsliste! Die schreibe ich mir schon gar nicht mehr, weil alle wissen, was ich haben will.

Plastikfrei leben

In vielen Blogs, und auch Magazinen, geht es oft darum plastikfrei zu leben. Anne vom Landleben hat das ganz richtig formuliert:

“ Es gibt da draußen ein paar Blogger, die sich mit einem „Zero Plastik“-Lifestyle rühmen. Da frage ich mich ja, wie sie ohne Plastik ihre Texte ins Internet bekommen… zumindest bei mir sind die Kabel mit Kunststoff ummantelt und ohne Plastik sähe es mit dem Computer auch recht mau aus.“

Seien wir ehrlich: Wenn ich weder Plastik-Laptop, noch Plastik-Handy benutze, werde ich euch keine Inhalte präsentieren können. Und lesbar wäre das Ganze auch nicht. Stattdessen kann ich euch ein paar Tipps geben, wie ihr plastikfreiER leben könnt.

Tipps wie ihr Plastik vermeidet

Deshalb hier nun ein paar Tipps und Tricks, um Plastik zu vermeiden – oder zumindest den Plastikkonsum zu reduzieren.

  • Es gibt plastikfrei Shops: Sie vermeiden Plastik! Juhu!
  • Plastikfreie Müllbeutel: Ich weiß, schwieriges Thema! Denn Papier-Müllbeutel sind auch nicht meins!
  • Plastikfreie Kosmetik: Ich liebe Seife selber sieden! Ich habe es seit 3 Jahren nicht mehr gemacht und wir verbrauchen die Seifen, die damals entstanden sind. Fun Fact: Es sind ca. 1000 Stück
  • Plastikfrei einkaufen: Lebensmittel sind oftmals ohne Plastik zu bekommen. An der Frischetheke dürfen die Verkäufer euch den Käse und die Wurst in eigene, mitgebrachte Behälter geben.
  • Second Hand Kleidung: Zurzeit bin ich auf der Suche nach einer Winterjacke für den Sohn. Wenn es wind- und wetterfest sein soll, steht Plastik weit oben. Daher gab es jetzt eine gebrauchte Jacke.
  • Plastik vermeiden App: Hier findest du 12 Zero Waste Apps.

Plastik in Kosmetik – Worüber schreibt die bloß?

Leider, leider sind Kosmetika verseucht von Mikroplastik. Die blauen Kügelchen in der Zahnpasta? Plastik. Der allgegenwärtige Inhaltsstoff Paraffin? Erdöl, also Ausgangsstoff von Plastik. Duschgel mit Peelingeffekt? Drei Mal dürft ihr raten! Und alles, was in einer Plastiktube und Plastikverpackung kommt, ist voll mit Mikroplastik! Denn das Plastik trägt sich mit der Zeit ab.

Das trifft natürlich auch auf meine Tupperdosen zu! Allerdings weigere ich mich die Dosen wegzuwerfen, bis sie auseinanderfallen. Denn dann werde ich nur wieder den Plastikmüll Kreislauf unterstützen.

Hier findest du eine Liste mit Mikroplastik, um Plastik in Kosmetik zu erkennen. In dieser Liste findest du die Namen des Mikroplastiks in Kosmetik.

Kosmetik ohne Plastik bedeutet zweierlei

  1. Selber machen heißt die Devise!
  2. Tief in die Tasche, also in den Geldbeutel, greifen. Plastikfreie Kosmetika sind wirklich teuer!

Alternativen zu Plastik im Haushalt

Plastik im Alltag ist wirklich allgegenwärtig. Perlenmama stellt einige alternative Produkte von Pandoo vor. Außerdem findet ihr bei ECOYOU 99 Tipps für ein Leben ohne Plastik.

Müllentsorgung – Wenn es mal doch nicht klappt

Bist du perfekt? Nein? Ich auch nicht! Wenn du also Plastik gekauft hast und Müll entsteht, ist eines wichtig: Mach dir keine Vorwürfe, sonder entsorge den Müll – und zwar richtig!

In Deutschland haben wir den gelben Sack. In vielen Gemeinden kann man seinen Müll, statt kostenpflichtig im gelben Sack, auch kostenlos entsorgen. Denn mal ehrlich: Wen versuchen die Politiker und Konzerne eigentlich zu verarschen? Wir zahlen für die Verpackung und auch für die Entsorgung dieses Mülls. Also DOPPELT!

Daher gibt es die Alternative des Wertstoffhofes. Indem ihr euren Müll hierher fahrt, spart ihr euch die Kosten für den gelben (Plastik) Sack und auch für den Restmüll. Der darf nämlich getrost kleiner werden. Beim Wertstoffhof sammeln sie nebenbei auch Sperrmüll, Metall Müll, Gartenabfälle, und auch Glas. Für den Metall Müll bekommt der Wertstoffhof Geld. Dadurch finanzieren sie sich selber.

Ein Leben ohne Plastik

Wie konnten Menschen nur vor 150 Jahren leben? Ich glaube so einfach: Das Lebenstempo war geringer. Der Leistungsdruck war nicht so enorm. Und nicht jeder einzelne hat sein Glück danach definiert, wie viel Geld auf seinem Konto war. Müll hatten sie nicht, denn alles war kompostierbar. Sie haben verwendet, was ihr eigenes Land hergab. Wäre das nicht einmal erfrischend? Und erschreckend, denn ich weiß gar nicht, wie ich weiterhin mein nachhaltiges Online Magazin betreiben sollte.

Was ist deine größte Plastiksünde? Wie gehst du damit um, wenn dein Gegenüber einen Müllberg einkauft?

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Plastik Müll

*Dieser Artikel enthält Links und Werbung.

Izabella

Ich liebe Musik, Gesang und Tanz, Bücher, Wälder, meine Familie und unser wunderbares Grundstück, das sich langsam aber sicher in einen Garten verwandelt. Ich backe und koche, weil und wenn es mir Spaß macht - habe ich keine Lust, gibt es auch bei uns (Fertig)Pizza!
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3 Kommentare

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  • Hallo Izabella,
    Ja, wir achten darauf möglichst (Plastik-)Müll zu vermeiden. Unsere Hausmülltonne bekommen wir nur aller 2 Monate voll, mit Pappe und Gelber Tonne kommen wir mindestens einen Monat hin, oft länger. Aber
    – bei uns im Kreis wird der Inhalt des gelben Sacks unter den Hausmüll gemischt und dann verbrannt oder deponiert.
    – beim Biomüll dürfen keine Kompostierbaren Kunststoffe in die Tonne die werden auf dem Wertstoffhof wieder rausgelesen
    – bei uns ist der gelbe Sack kostenfrei dafür die Lieferung an den Wertstoffhof nach Gewicht zu bezahlen
    Unabhängig davon sind wir ein Allergiker- und Neurodermitikerhaushalt.
    Unabgepacktes geht bei uns nur bei Obst und Gemüse. Backwaren sind schon heikel und trockene Lebensmittel, Wurst und Käse kann ich nur abgepackt kaufen. Auch die Cremes und Waschmittel die wir benötigen gibt es nur in Plastik. Und um viele Gemüse verarbeiten zu können benötige ich Einmalhandschuhe. Bei Fleisch und Wurst kaufen wir bevorzugt die Produkte aus 2 Hofläden im Ort. Die müssen Ihre Produkte aber auf Vorgabe vom Gesundheitsamt einschweißen. Auch die Abgabe von Wurst, Käse und Backwaren in eigene Gebinde ist bei uns im Kreis nicht erlaubt.
    Aus diesem Grund finde ich den Ansatz plastikfrei leben zu wollen für uns sehr schwierig und frustrierend.
    Auch fehlt mir eine gesellschaftliche Umsetzung. Ich habe letztens im Angebot einer Kaffeerösterrei eine vermeintlich plastikfreie Verpackung für eine Biobaumwollbluse gesehen. Die Gummis und Bänder waren mit Polyester ummantelt, der Pappträger aufwändig folienbedruckt – da fehlen mir die Worte.
    Auch wenn mein Umweltversandhaus Waren in Folie verpackt versendet. Allerdings verwenden die Ihre Kartons mehrfach, wodurch der Schutz einzelner Teile notwendig ist. Ich spare wo möglich, abef für Verzicht bräuchten wir Alternativen. Und die Verpackungen umweltfreundlich aus Milch herzustellen ist weder für Allergiker noch die Umwelt ein Sinnvoller Ansatz.
    Viele Grüße Anja

    • Liebe Anja,
      Vielen Dank für deinen Kommentar! Wir zählen uns zu den Glücklichen, die mit Allergien nicht kämpfen müssen! Also dafür, was du alles aufgezählt hast, bin ich beeindruckt, dass ihr so „wenig“ Müll habt und eure Tonnen eben nicht gleich füllt – ist doch schön! Viele Nicht-Allergiker könnten sich eine Scheibe abschneiden!
      Zum Thema gelber Sack: Jeder zahlt für den gelben Sack – also für das System, auch wir! Nur bekommen wir in unserer Gemeinde die Säcke nicht. Stattdessen gibt es für uns kostenlos mehrere Wertstoffhöfe.
      Viele Grüße, Izabella

      • Liebe Izabella,
        Mit dem gelben Sack hast du Recht.
        Ich glaube wir tun schon einiges, ist aber auch noch Luft nach oben. Da wir viele Lebensmittel in gerigneter Qualität nur im Biosupermarkt bekommen, ist da oft weniger Verpackung odrr Plastik dran. Allerdings kostet ein Tafel Schokolade für mich und meinen Sohn mal eben 5,49 für 70gramm. Ich glaube das es hier einen Schere gibt. Wer Geld für seinen Wocheneinkauf ausgeben kann, kann Bio oder unabgepacktes kaufen. Beim Discounter klappt das weniger gut.
        Ich kämpfe mit dem Begriff zero waste arg, weil er etwas suggeriert das nicht (mal eben) zu machen ist. Und gerade viele Blogs nutzen/hypen den Begriff mit schicken Bildern. Bei uns ist die Realität viel weniger schick. Meine Spültücher die ich z.B. auch als Ersatz für Küchenrolle z.B. zum Gemüse abtrocknen nutze und einmal in der Woche auskoche, sind nicht besonders hübsch. Wir hatten auch schon Gäste die das unappetitlich fanden. Gerade da zeigt sich für mich aber, dass man sehr genau schauen muss wo man Wegwerfartikel nutzt und wo nicht. Und dann ggf zusätzlich Routinen ändern muss.
        Auch unseren Geschirrspüler haben wir Wasser und energiesparend ausgesucht. Im Ergebnis braucht eine Ladung nur noch 9 Liter, aber kein ökologisches Spülmittel brachte gute Ergebisse und das Mikroplastik das beim Spülgang gelöst wird ist in 9L viel höher vorhanden als vorher in 15.
        Qie du siehst treibt mich das Thema um
        Viele Grüße Anja