Überlegungen zum Konsumverhalten – Oder auch: Wie steige ich aus dem Konsumzwang aus?

Gerade jetzt um Weihnachten herum steigt der Umsatz des Einzel- und Großhandels wieder an. Ich bin keine Ausnahme, wir waren nämlich am Samstag vor dem 3. Advent im Metro. Dieser Laden, der beschränkten Eintritt für Selbständige gewährt, war voll: Alle Parkplätze waren belegt, die Schlangen an den Kassen ragten bis in die Gänge hinein und dementsprechend tief gesunken war die Laune der Kaufsüchtigen.

Unser Ziel war es eine bestimmte Sorte Ouzo zu kaufen – laut meinem Mann die Einzige trinkbare. Zusätzlich gab es schöne, feste und festliche Servietten (1 Packung) und Nahrungsmittel. (Es wird wirklich Zeit Stoffservietten zu nähen!) Weihnachtsgeschenke haben wir nicht gekauft, schließlich ist das schon erledigt, denn alle bekommen das Selbe: Eine Überraschung, die einen ganzen Tag lang gedauert hat, nämlich einen Malkurs.

Mein eigenes Konsumverhalten

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich etwas speziell bin: Zu einem Chorwochenende reise ich mit einer kleinen Sporttasche an mit genug Kleidung für jeden Tag und meiner Kosmetiktasche darin, die einem kleinen Briefumschlag ähnelt. Natürlich benötige ich für einen 10 Tage dauernden Urlaub tatsächlich einen halben Koffer.

Zu Hause verhalte ich mich kaum anders, bis auf, dass mein Kleiderschrank platzt und unser Spiegelschrank gefüllt ist mit Schminkzeug, das ich nie benutze – es wird also höchste Zeit, die Minimalismus-Challenge von Plaudertasche mitzumachen!

Dennoch gibt es einen großen Unterschied zwischen mir und anderen Personen: Ich kaufe so gut wie nie neue Kleidung; Zwar ändert sich mein Kleidungsstil, wie der anderer Personen auch. Ich habe nichtsdestotrotz immer noch Stücke, die ich zum 15. Geburtstag geschenkt bekommen und auch second-hand Oberteile, die ich vor etlichen Jahren auf Märkten gekauft habe. Anders sieht es mit Schuhen aus: Zwei Mal im Jahr hole ich mir ein neues Paar Alltagsschuhe, die ich nach einem halben Jahr degradiere zu Gartenschuhen und die dann schließlich das Ende ihrer Laufbahn in der Mülltonne erleben.

Und trotzdem: Ich kaufe immer noch zu viele Sachen, inklusive Nahrungsmittel, die es immer auf Vorrat gibt. Das hat Vorteile, doch das Küchenregal mit Getreidewaren ächzt schon richtig. Wie soll ich auch an allem vorbeilaufen, wenn mir die Werbungen und Zeitungsartikel ständig neue Ideen geben, was ich nun essen und kaufen soll, um gesund und glücklich zu sein? Ziemlich einfach, eigentlich: Ignorieren und weitergehen!

Earth Overshoot Day

„Earth Overshoot Day“: Die Menschheit hat ihre für dieses Jahr verfügbaren Ressourcen bereits verbraucht. Der Welterschöpfungstag rückt stetig weiter nach vorn und ist sechs Tage eher erreicht als im Vorjahr. Deutschland für sich genommen war schon im April so weit.“

Quelle: https://www.n-tv.de/wissen/Menschheit-lebt-ab-jetzt-auf-Pump-article19962753.html, 1. August 2017

Ich schäme mich in Grund und Boden, dass ich, Ökotussi, MUTTER und Fan von Recycling in diesem Land lebe. Deutschland hat seine Ressourcen im April verbraucht! Und ich werde wahnsinnig, wenn ich 100 geschlachtete Hühnchen nebeneinander im Kühlregal der Supermärkte finde und mein Obst und Gemüse nicht unverpackt kaufen kann. Dazu steigen die Zahlen der Exporte ins Ausland mit Waren, die wir scheinbar nicht brauchen. Dafür vergeudet Deutschland seine Rohstoffe, um das Ausland zu versorgen und die inländischen Preise nach oben zu drücken.

Ich weiß, das ist alles sehr einfach und pauschal formuliert. Ich bin keine Expertin, möchte auch keine sein. Vielleicht muss man auch gar nicht das Komplizierte dahinter sehen? Es muss sich endlich etwas am Konsumprinzip ändern: Wir sind nicht mehr Wert, nur weil wir mehr kaufen. Wohin stellen wir denn die Sachen? Nirgendwo, oder? Die Tüte mit den Einkäufen wird für eine Woche lang nicht beachtet. Der Punkt, an dem ich mir jedes Jahr zu Weihnachten NICHTS wünschte (und immer noch wünsche), war erreicht, als ich nach einem Jahr Geschenke gefunden habe, die den Weihnachtskarton niemals verlassen haben.

Mein Konsumverhalten für das Jahr 2018 – man sollte Vorsätze haben!

Ich habe einen tollen Artikel gefunden: Spontanentscheidung Kaufdiät. SEHR LESENSWERT!!!

Das Prinzip ist Folgendes: Jeden Monat darf man sich EINEN Gegenstand kaufen. Ausgeschlossen sind Nahrungsmittel und für Reparaturen benötigte Teile.

Es wäre also sehr ratsam eine Liste zu erstellen, mit Gegenständen, die man haben möchte. Man kommt schnell ins Grübeln: Benötige ich das wirklich? Gibt es etwas, das ich viel lieber in meinem Besitz wüsste?

Ich nehme aus dieser Liste für mich persönlich Gartenerde und Saatgut heraus. Die benötige ich für die Erzeugung von Nahrungsmittel.

Wunschliste für das Jahr 2018:

  • Effektive Mikroorganismen aktiv (25 Liter)
  • Schwarzes Gold, viele Kilogramm
  • leguano Schuhe* für die Kinder (ist das dann auf meiner oder ihrer Liste?)
  • Lab für Käseproduktion
  • Trommel für Gartenschlauch
  • Material zum Verlegen der Terrassensteine (die Steine haben wir schon)
  • Getreidemühle*
  • Butterdose aus Keramik
  • Noch eine von den tollen Klobürsten
  • kleiner, induktionsfähiger Kochtopf, unbeschichtet (brauche ich nicht wirklich, wäre nur sehr praktisch)
  • Gewächshaus (man darf ja wohl träumen, oder?)
  • 100 m² oder mehr für zusätzliche Gemüseproduktion (siehe Gewächshaus)
  • Gipskarton, Spachtelmasse und mehr, um unsere Wand zu schließen
  • Feuchtigkeitsmesser für Wände
  • Lampe für Gästezimmer
  • neue Lampe für das Esszimmer
  • Wandlampen fürs Kinderzimmer
  • Sommer Lichterkette für die Terrasse
  • neuer Wäscheständer
  • neuer Laptop, wenn dieser hier den Geist aufgibt
  • Dutch Oven 6*
  • Gartenhäcksler
  • Ein ordentlicher BH – Vorschläge?

 

Ich werde meine Wunschliste hier das ganze Jahr über erweitern. Vielleicht fällt euch etwas auf? Die Liste ist länger, als 12… Soll ich also neue Monate einführen? Oder verzichte ich auf nicht so Wichtiges? Auch darüber werde ich berichten: Bin ich erfolgreich oder doch nur Teil des Konsumzirkels?

 

Hier meine Liste für die Kaufdiät 2018:

Januar:

Februar:

März:

April:

Mai:

Juni:

Juli:

August:

September:

Oktober:

November:

Dezember: Weihnachtsbaum

 

Wie sieht eure Liste aus für das Jahr 2018?

Ich schenke lieber Liebe

 

Möchtest du dein eigenes Gemüse anbauen? Hol dir jetzt die Leseprobe zum Aussaatkalender 2018

Gefällt euch die Leseprobe?

 

Dieser Artikel ist verlinkt mit EiNaB

*Dieser Artikel enthält Werbung

Ich liebe Musik, Gesang und Tanz, Bücher, Wälder, meine Familie und unser wunderbares Grundstück, das sich langsam aber sicher in einen Garten verwandelt. Ich backe und koche, weil und wenn es mir Spaß macht – habe ich keine Lust, gibt es auch bei uns Fertigpizza!
Über Kommentare freue ich mich sehr!
Backlinks von euch sind FOLLOW, Spam wird gelöscht!

7 comments
  1. Hallo!

    Sehr interessiert habe ich Deine Liste gelesen und bin über die Lichterkette für die Terrasse gestolpert. Wozu braucht man so was? Im Sommer ist es eh bis irgendwann ganz spät hell und eine hübsche Kerze macht es auch, wenn man länger draußen sitzen will.

    Ich habe festgestellt, wenn ich Dinge auf eine gedankliche Wunschliste „schreibe“, dann kaufe ich es mir meist sowieso nicht. Weil es auch gut so geht, wie es gerade ist.

    Für Dein Projekt 2018 wünsche ich Dir viel Erfolg und freue mich, wenn Du wieder bei EiNaB berichtest!

    lg
    Maria

    1. Liebe Maria!
      Genau – wozu eigentlich diese Lichterkette? Die Idee kam von meinem Mann, ich finde sie schön! Brauchen wir das? NEIN!!!! Eine Kerze ist für uns keine Alternative, das finde ich mit 2 sehr schnellen Kleinkindern jetzt einfach zu gefährlich!
      Genau deshalb erstelle ich diese Liste: Ich möchte wirklich festhalten, was ich haben möchte und dann die Entscheidung treffen, ob ich das wirklich brauche! Und ich komme auf das selbe Ergebnis, wie du: So wirklich wichtig sind die Dinge nicht.
      Dankeschön für deinen Wunsch 🙂 Mir Gefällt das Projekt und die Seite EiNaB wirklich sehr gut! Ihr werdet von mir hören!
      Viele Grüße,
      Izabella

  2. Hallo Izabella!
    Danke für die Blumen! Freut mich sehr, dass dir mein Artikel gefällt, allerdings stammt die Idee ja gar nicht von mir sondern von kaufdiaet.wordpress.com 😉
    Meine Wunschliste hat mittlerweile auch einige Punkte aufzuweisen. Gut, dass das Christkindl meinen Blog liest und ein Paar Handschuhe gebracht hat — Geschenke annehmen ist ja erlaubt bei der Kaufdiät 😀
    Viele Grüße von deiner „Kaufdiät-Verbündeten“,
    Pip

    1. Liebe Pip,
      Danke für deinen inspirierenden Artikel! Meine Familie hält mich für wahnsinnig, ist aber bereit nachzudenken 🙂
      Ich bekomme gerade sehr viel Feedback zu diesem Thema! Ich finde es wunderbar, dass dieses Thema so viele Gemüter aufheizt!
      Es wird einfach Zeit, dass wir nicht mehr jammern, sondern machen! Und deine Weiterleitung der Idee hat bei mir einen Funken erweckt!
      Vielen Dank,
      Izabella

  3. Hallo Izabella, vielen Dank für Dein Kommentar auf meinem Blog. Mit der Angstmacherei um das Konsumverhalten zu steigern hast Du Recht. Dies trifft ganz speziell auf einige Bücher zu. Hinsichtlich der Untersuchungen ist das immer so eine Sache, einige sind wichtig und empfehlenswert. Andere, naja…

    Ich habe Dir eine Einladung zu meinen Gruppenboards geschickt. Wenn Du möchtest, könnten wir auch unsere Blogs gegenseitig verlinken?

    LG Kathrin

    1. Liebe Kathrin,
      Sehr gerne können wir uns verlinken! Zum Thema Pinterest schicke ich dir noch eine E-Mail, denn ich bin vollkommen überfordert!
      Viele Grüße,
      Izabella

  4. […] bin nicht besonders großer Anhänger der Ressourcenverschwendung – das konntet ihr vor allem in meinem Artikel zum Konsumverhalten nachlesen – und halte dementsprechend auch nicht viel davon das Lavabrot im Backofen […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.