Garten

5 Gründe, weshalb du Unkraut stehen lassen solltest

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Hand aufs Herz: Geht euch das Unkraut auf die Nerven? Mir teilweise schon, denn vor allem bei der Ernte meines „normalen Gemüses“ bin ich regelmäßig am Sortieren. Ich lasse das Unkraut trotzdem stehen, sprühe es nicht ein und veranstalte auch keinen ritualisierten Tanz, der unseren Garten unkrautfrei machen soll.

Hier lest ihr also meine 5 Gründe, weshalb Unkraut bei mir immer einen Platz hat. Außerdem erfahrt ihr in dem Beitrag „Im Garten wächst essbares Unkraut„, warum ich absolut alles esse, was nicht giftig ist – bis auf Fleisch, aber das gehört jetzt nicht hierher!

Lasst Unkraut stehen, denn es blüht im Sommer wunderschön und ist ein Magnet für Bienen und Hummeln

Unkraut stehen lassen wegen der Blüten
Unkraut stehen lassen wegen der Blüten

Natürlich merkt man meinem Garten an, dass hier eine Öko-Hexe lebt, die von perfekter Ordnung nichts hält. Dafür blüht mein Garten üppig. Teilweise kann ich gar nicht unterscheiden, was ich selber gesät habe. Fakt ist, dass hier gerade alles blüht, wächst und gedeiht. Mein Liebling im Jahr 2018 ist die Kamille. Ich wollte immer diese großen, weißen, schönen Blumen haben. Jetzt habe ich eine Sorte, kostenlos und wunderschön!

Lasst Unkraut stehen, weil sie sehr gut schmecken und voller Vitamine stecken

Ich habe an vielen Stellen schon gelesen, dass Unkraut viel mehr Eisengehalt hat und auch Vitamine, als die hübsch gezüchteten Salate und Gemüsepflanzen. Ich frage mich auch regelmäßig, was auf den Bauernmärkten als gesunder „Wildsalat“ angeboten wird. Im Ernst – das Grün kann ich nicht unterscheiden von dem, was ich als Unkraut stehen lasse.

Lasst Unkraut stehen, denn ihre Samen sind die Bombe

Habt ihr schon einmal die Samen von Brennnesseln probiert? Sie sind richtig lecker, schmecken meiner Meinung nach nussig. Knoblauchsrauken-Samen sollen als Senf-Ersatz dienen, ich bin schon gespannt! Außerdem könnt ihr aus den Samen auch mit Hilfe eines Sprossenturms Sprossen ziehen. Manch einer gibt für eine Packung Sprossen-Saatgut richtig viel Geld aus.

Lasst Unkraut stehen, weil die Schädlinge dann eure Pflanzen verschonen

So viele klagen über Läuse und Nacktschnecken, sodass in mir die Vermutung aufkommt, als hätten wir eine Plage. Ein Schädling, den ich richtig eklig finde, ist die Gespinstmotte, die letztes Jahr unsere Wildkirsche eingehüllt hat. Ich fand diese „Spinnweben“ so widerlich, dass ich nicht unter dem Baum vorbeilaufen wollte.
Dagegen helfen keine Gifte; Ein Wasserstrahl versorgt sie nur mit Flüssigkeit. Das einzige, was mir geholfen hat, war Läuse, Schnecken und Spinner per Hand ab zu sammeln und streifen. Nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung! An den Stellen, jedoch, an denen unser Unkraut wächst, waren die Läuse nicht auf meinen schönen Pflanzen. Stattdessen haben sie sich zum Beispiel auf dem Ampfer getummelt. Nützt das also aus, wenn ihr ein Gemüsebeet anlegt.

Unkraut stehen lassen hilft Nützlingen

Bekannt ist mittlerweile auch, dass Nützlinge, wie Marienkäfer, hohes Gras lieben. So können sie sich im Herbst darin ein Winterquartier einrichten. Brennnesseln bieten Schmetterlingen Nahrung und Unterkunft. Je mehr „Gestrüpp“ ihr habt, desto vielfältiger wird auch das Insektenleben in eurem Garten. So können sich die kleinen Tierchen gegenseitig im Schach halten.
Da viele jedoch gar nicht darauf stehen, wenn ihr Garten wild wuchert, bieten Firmen im Internet verschiedenste Nützlings-Pakete an. So könnt ihr alle möglichen Insekten für viel Geld kaufen.
Leichter ist es – meiner Meinung nach – Vielfalt in den Garten zu bringen: Ich lasse wild wachsende Büsche stehen, das Unkraut darf bei mir wachsen und blühen. Im Frühjahr entscheide ich, welche Fläche ich für die Gemüseanzucht benötige. Den Rest überlasse ich dem Willen von Mutter Natur. Sie wird schon wissen, was sie macht. Und belohnt werde ich dafür mit einer Blütenpracht.
Die NABU schreibt hier über 4 Nützlinge im Garten, die jeder haben sollte.

Was sind deine wichtigsten Gründe, weshalb du Unkraut stehen lässt?

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Unkraut stehen lassen

Izabella

Ich liebe Musik, Gesang und Tanz, Bücher, Wälder, meine Familie und unser wunderbares Grundstück, das sich langsam aber sicher in einen Garten verwandelt. Ich backe und koche, weil und wenn es mir Spaß macht - habe ich keine Lust, gibt es auch bei uns (Fertig)Pizza!
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5 Kommentare

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  • Liebe Izabella,
    schöner Beitrag und gute Lobbyarbeit für die Unkräuter 🙂 Ich kann dir in allen Punkten nur beipflichten. Natürlich gibt es auch Unkräuter, die manchmal überhand nehmen, dann muss man ein wenig eingreifen. Aber generell ist ein positiver Blick auf das wachsende Wildkraut hilfreich, regt zu Nachdenken an und sorgt für Entspannung
    Liebe Grüße
    Basti

    • Lieber Basti,
      So ist es: Ich lasse mir natürlich meinen Garten nicht absolut zuwuchern – nur, als ich im 9. Monat schwanger und im Walfischsyndrom war 😀

  • Wilde Kamille, Klatschmohn und Goldmohn sind dieses Jahr definitiv meine Lieblings“un“kräuter – dekorativer hätte ich sie nicht säen können.
    Ich lasse hier auch das meiste stehen – außer, es nimmt so Überhand, dass die anderen Pflanzen kein Licht mehr bekommen, oder es wandert in die Salatschüssel. 😉

    Liebe Grüße
    Anne