Fehler im Garten

Meine Fehler im Garten – Das empfehle ich euch nicht

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Ihr habt von mir schon einige Tipps gelesen: Ich halte mulchen für sinnvoll, fermentiere meinen Kompost in Bokashi Eimern, benutze biologischen Dünger und gerne auch Gründünger und pflanze Kartoffeln und auch anderes Gemüse. Voller Demut möchte ich euch heute davon berichten, was für Fehler im Garten ich schon begangen habe. Ein kleiner Teaser für euch: Meistens hatte der Fehler mit Ungeduld zu tun.

Mein Fehler im Garten mit dem Mulch

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass ein gemulchtes Gemüsebeet viele Vorteile mit sich trägt: Der Boden bleibt länger feucht, die Samen sind geschützt und auch Unkraut verbreitet sich nicht so schnell.
Dennoch habe ich bereits jetzt ein paar interessante Erfahrungen gemacht, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Ich habe einen Strohballen vom benachbarten Bauern gekauft, eindeutig Weizen. Nun könnt ihr euch sicherlich denken, was auf der gemulchten Fläche wächst. Sehr richtig! Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich erfolgreich ein paar Weizenfelder angesät.
Das ist natürlich nicht so tragisch. Ich hatte allerdings teilweise keine Ahnung, ob das Grün nun Weizen ist, die gefürchtete Quecke oder die gesäte Frühlingszwiebel. Da die Wurzeln nicht besonders tief in der Erde verlaufen, handelt es sich im Großteil schon mal nicht um Quecke. Das ist erst einmal eine Erleichterung. Und nun, da der Weizen im Juli reif ist, sind die Vögel sehr glücklich darüber, dass ich ihn habe stehen lassen. Frühlingszwiebeln gibt es bei uns jedoch dieses Jahr nicht.
Der weitere Fehler im Garten bezüglich des Mulch war, dass ich vor der Aussaat einfach zu faul war, um die Strohschicht weg zu rechen. Ich war zu ungeduldig und habe stattdessen auf dem Stroh ausgesät. Das war keine besonders gute Idee. Diese Gemüsesorten sind nämlich nicht gewachsen. Ich konnte sehr viel Spinat und Radieschen ernten, die ich am Anfang noch sorgfältig verteilt und mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt habe.

Meine Fehler im Garten mit Bokashi

Darüber habe ich bereits bei meinen Erfahrungen mit Bokashi geschrieben: Katzen und auch Hunde lieben Fermentierte Essensreste. So bin ich im Winter darauf aufmerksam geworden, dass meine frisch vorbereiteten Beete komplett zerwühlt waren. Ärgerlich, sage ich euch. Die Katzen spielen mit dem Bokashi bloß und das stört mich gar nicht so sehr. Die unerzogenen Hunde unseres Nachbarn fanden unser Angebot jedoch so gut, dass ihnen der Garten von da an als Toilette gedient hat. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass wir mit dem Nachbarn ein nicht besonders inniges Verhältnis pflegen?
Um nochmal auf die Katzen zurück zu kommen: Sie graben gerne das Bokashi aus, das ich in gewissen Abständen vergrabe. Deshalb haben wir im Frühjahr ein paar Löcher wieder aufgefüllt. Meine Methode dieses Jahr wird sein, dass ich auf die Stelle vorübergehend einen Stein oder einen Blumentopf stelle. Ich habe dadurch die Hoffnung, dass ich diesen Fehler im Garten nicht wiederhole.

Meine Fehler im Garten mit dem Kartoffelanbau

Ich habe mir dieses Jahr mehrere Euro gespart, indem ich keine Saatkartoffeln gekauft habe. Letztes Jahr habe ich für ca. 30 € Saatkartoffeln erworben und habe keine einzige Knolle geerntet.
Die Gründe waren mehrere: Zum einen habe ich die Kartoffeln viel zu früh in die Erde gesteckt: Um den 10. April sind sie in der Erde gelandet. Wenn ihr euch an letztes Jahr zurück erinnert, wisst ihr, dass es Ende April noch einmal Schnee gab. Der Schnee und Frost haben meine Saatkartoffeln nicht umgebracht – immerhin. Das Grün ist gewachsen, wie verrückt.
Allerdings habe ich in einem selbst errichteten „Zaun“ die Kartoffeln gezogen. Der Zaun war ein altes biegsames Wellblech. Wahrscheinlich hat es zu wenig Sonne durchgelassen. Der größere Fehler war jedoch, dass ich in der untersten Erdschicht keine wirklich gute Komposterde verteilt habe. Stattdessen wollte ich testen, wie nährstoffreich der Boden ist, der bereits im Garten war. Das Ergebnis war, dass ein paar winzige Knollen sich entwickelt haben. Sehr schade um die Arbeit und auch um das Geld.
Dieses Jahr habe ich Kartoffeln eingepflanzt, die im Laufe des Winters Augen und auch richtig lange Triebe bekommen haben. Erst am 5. Mai sind sie in der Erde gelandet, obwohl ich mich hierfür sehr zusammenreißen musste. Das Wetter hätte mich natürlich schon im April zur Arbeit getrieben. Da ich die Kartoffeln aber erst aussetzen konnte, nachdem das Gewächshaus fertig war, bin ich keinen Versuchungen nachgegangen.

Meine Fehler im Garten mit der Gemüseanzucht

Angestrebte Selbstversorgung ist wirklich nicht einfach! Das ist jedoch das Schöne in Deutschland und überall in der EU: Ich bin nicht abhängig von meinen Erträgen und ich habe die Möglichkeit auszuprobieren, zu lernen und eben auch zu scheitern.
Mit dem Januar beginnt auch der Aussaat-Wahn. Spätestens im Februar stellen wir Gartenheldinnen unsere Anzuchtgefäße bereit und es kann losgehen. Die Packung schreibt Aussaat im Gewächshaus ab Februar? Klasse! Dann mache ich das doch im Haus. Doch der große Fehler dahinter ist, dass das Haus viel zu warm ist für die Aussaat.
Das Gewächshaus hat im Winter eine Idealtemperatur von über 0° C, also ungefähr 5° C. Wenn dann die Sonne hervorlugt, entstehen schon einmal Temperaturen um die 15° C. Aber auf keinen Fall eignet sich die Wohnzimmertemperatur ab 20° C. Alleine Paprika und Tomaten keimen gerne bei höheren Temperaturen. Um jedoch das Wachstum der Paprikapflanze zu gewährleisten, muss sie als kleines Pflänzchen an einen kühlen hellen Ort. In unserem Fall war das das Gäste-WC. Dort haben die Pflanzen immerhin niemanden gestört.

Keimung im Sprossenturm

Ich habe das dieses Jahr ausprobiert: Ich habe viele Sorten im Sprossenturm keimen lassen und dann in kleine Töpfe umgesiedelt. Vergleichsweise habe ich auch Pflanzen in Kokos Quelltabs direkt gesetzt. Das Ergebnis dürfte nicht überraschen: Die Pflanzen, die NICHT im Sprossenturm gekeimt sind, sind im Mai teilweise doppelt so groß gewesen. Wirklich schade! Das werde ich sicherlich nicht noch einmal machen.
Die andere Seite der Medaille: Im Sprossenturm war die Keimungsrate fast doppelt so hoch.

Anzucht von Kohlsorten

Ach herrje! Dieses Kapitel würde ich gerne überspringen, denn das ist das doch etwas peinlich. EGAL! Ich habe euch versprochen, dass ich euch nicht belügen werde!

Bereit?
ZIEHT NIEMALS KOHLSORTEN VOR!!!
Damit könnte ich diesen Abschnitt abschließen, werde ich aber nicht: Alle Kohlpflanzen, die ich ausgesät habe und behütet in meinem Regal am Südfenster aufgezogen habe, sind eingegangen. Unfassbar!! Einzig die Brokkoli hat es überlebt und ist nun eingepflanzt.
Der Rosenkohl ist wahrscheinlich erfroren, den Stängelkohl haben an einer Stelle Schnecken vernichtet und der Rest ist irgendwie auch einfach wieder „vom Erdboden verschluckt“. MANN! Ich habe Ende April neu ausgesät und das mitten im dafür vorgesehenen Beet. Seitdem sehe ich schon 5 prächtige Pflanzen emporwachsen. Ich glaub, dieser Kohl will mich veräppeln!

Na und dann der Kohlweißling und die Erdflöhe! Es sieht aber zur Zeit sehr gut aus und ich glaube ich werde ab Herbst Rosenkohl ernten können. Drückt mir die Daumen!

Meine Fehler im Gewächshaus

Mein Gewächshaus ist nicht sehr alt, seit Mai nun ist er ganz verschlossen. Natürlich habe ich die Pflanzen sofort eingepflanzt, denn ich hatte ENDLICH die Möglichkeit. Es war im Mai aber so warm, dass die Armen vollkommen ins Schwitzen gekommen sind. Ein wenig besorgt war ich um meine Tomaten und Auberginen. Die haben teilweise mehrere Triebe verdächtig tief hängen gelassen.

Aber Ende gut, alles gut! Die Tomaten tragen im Juli wunderschöne Früchte, die Auberginen nicht.

Die Gemüsepflanzen scheinen hier viel mehr Wasser zu benötigen. Bei den aktuellen Temperaturen (zwischen 20° und 30° C) gieße ich 2 mal am Tag. Im Gewächshaus reicht das Wasser scheinbar überhaupt nicht. Das ist auf der einen Seite vollkommen logisch, denn im Glashaus ist es wesentlich wärmer, als draußen.

Außerdem habe ich Probleme mit der Anzucht im Gewächshaus. Ich habe versucht Kräuter Töpfe groß zu ziehen. Aber den Kräutern war so heiß, dass sie kurz ihre Köpfe aus der Erde gestreckt und sich sofort wieder verzogen haben.

Mein Fehler im Garten mit Pestiziden und Giften

Das ist nun ein Fehler, mit dem ich leben kann: Ich hasse Gifte. PUNKT. Ich verwende sie auch nicht, besonders nachdem ich recherchiert habe, was es mit Glyphosat und seinem Nachfolger Dicamba auf sich hat. Die Folge ist, dass an jedem meiner Obstbäume und -sträucher Blattläuse hängen. Ich finde diese Tiere schon recht widerlich, ihr nicht? Jedoch beschädigen sie meine Ernte nicht und das ist mir wichtig.

Dadurch, dass ich höchsten stark verdünnten Bokashi Saft versprühe, fühlen sich auch Vögel sehr wohl bei uns. Erneut, das ist ein Fehler von mir, der für mehr Gleichgewicht sorgt. Aber auch ein Fehler im Garten, der dafür verantwortlich ist, dass meine Johannisbeeren noch im grünen, zarten Zustand abgepflückt werden und ich noch keine einzige reife Haselnuss abbekommen habe. Jetzt, da wir insgesamt 6 Haselnuss-Pflanzen besitzen, warte ich mal ein wenig geduldig.

Ich hoffe, ihr könnt aus meinen Fehlern ebenso ein Fazit ziehen, wie ich: Mehr Geduld, mehr Ruhe sind wichtig. Ich habe auf dem Biobalkon Kongress zum Beispiel gelernt, dass ich nichts verpasse, wenn ich erst im Mai anfange Aussaaten im Freiland zu machen. Was für ein Glück, dass das Gewächshaus hier eine Ausnahme darstellt.

Welche Fehler im Garten habt ihr begangen?

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Meine Fehler im Garten

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2 comments
  1. Sehr interessanter – und ehrlicher Beitrag ! :-). Einige Deiner Fehler habe auch ich gemacht – aber das ist ja das Schöne: Man lernt nie aus ! ;-). Mit der Aussaat werde ich nächstes Jahr auch definitiv erst im April anfangen, alles andere bedeutet nur Stress – für dei Pflanzen und für mich – und bringt nicht wirklich etwas, weder draußen noch indoor.
    Gemulcht habe ich heuer nur ansatz- und testweise, bin aber noch nicht sicher, ob ich es gut finden soll ;-).
    Der Kohlweißling fliegt hier auch reichlich und ist entsprechend emsig, somit untersuche ich die Blätter der kleinen Rosenkohlpflanzen regelmäßig … ALLE werde ich jedoch auf keinen Fall finden…
    Wir werden sehen, was wir ernten können – und wie Du so schön schreibst: Wir können es uns erlauben, ein wenig zu experimentieren, denn selbst wenn die Ernte kleiner ausfällt werden wir nicht verhungern ;-). Und im nächsten Jahr profitieren wir dann von unseren neu gewonnenen Erkenntnissen ;-). Liebe Grüße und viel Freude weiterhin im Garten, Birthe 🙂

    1. Liebe Birthe,
      Vielen Dank für deine schönen Worte! Eben – Experimente sind doch das A und O! Ich bin mir sicher, dass man durch Fehler am besten lernen kann!

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